- DAX-Session ohne Richtung: Die Spanne zwischen Tagessieger Beiersdorf (+2,91 %) und Tagesschlechtester E.ON (−0,42 %) beträgt nur 3,33 Prozentpunkte - das ist eine der engsten Tagesspannen der vergangenen Monate. Wer auf Bewegung gehofft hat, wurde enttäuscht.
- Wall Street divergiert: Dow −0,31 % auf 51.349,98 Punkte, S&P 500 −0,02 % auf 7.704,13, Nasdaq Composite +0,01 % auf 26.939,37. Der Index der alten Wirtschaft verliert, die Technologie hält die Nulllinie.
- PPI-Überraschung nach oben: Die US-Erzeugerpreis-Jahresrate fällt von 5,5 % auf 4,9 % - aber die Güterpreise, getrieben von Energie und Nahrungsmitteln, steigen stärker als erwartet. Der Desinflationspfad ist brüchig.
- Renditen bleiben das Thema: Die 10-jährige US-Staatsanleihe pendelt nahe der 5-%-Marke, nachdem die Fed im September um 25 Basispunkte erhöht hat. Das ist der eigentliche Gegenwind für Bewertungen.
- Euro stabilisiert sich: EUR/USD dreht von 1,1368 auf rund 1,1404, der Dollar-Index DXY steht bei 101,25 Punkten. Gold und Bitcoin legen leicht zu - der Markt sucht Versicherung, nicht Risiko.
Manchmal ist die wichtigste Nachricht eines Handelstages die Nachricht, die nicht kommt. Genau das ist am 25. September 2026 der Fall. Kein Crash, kein Ausverkauf, keine Rally - sondern ein Markt, der auf hohem Niveau die Luft anhält. Der DAX beendet den Handel praktisch unverändert, die Wall Street liefert drei Indizes mit drei unterschiedlichen Vorzeichen, und die eigentliche Bewegung findet dort statt, wo die meisten Anleger nicht hinschauen: am kurzen Ende der Zinskurve und in den Erzeugerpreisdaten aus den USA.
Die Story des Tages ist eine Geschichte über zwei widersprüchliche Signale. Auf der einen Seite steht ein US-Erzeugerpreisindex, dessen Jahresrate von 5,5 % auf 4,9 % fällt - auf den ersten Blick ein Desinflationssignal. Auf der anderen Seite stehen Güterpreise, die genau in den Komponenten anziehen, die man am wenigsten kontrollieren kann: Energie und Nahrungsmittel. Wer heute nur die Schlagzeile liest, versteht den Tag nicht. Wer die Details liest, versteht, warum die 10-jährige US-Rendite weiter nahe der 5-%-Marke klebt und warum der Euro nur mühsam Boden gutmacht.
Dazu kommt ein geopolitisches Element, das den Rohstoffmarkt über Nacht gedreht hat: Berichte über ein iranisches Angebot zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Für Öl ist das ein Bärenszenario - für die Inflationserwartungen mittelfristig ebenfalls, kurzfristig aber nicht, weil die Energietreibstoffe der vergangenen Monate noch durch die Produzentenpreise in die Konsumentenpreise durchsickern werden.
DAX: Ein Tag ohne Botschaft - und genau darin liegt die Botschaft
Schauen wir zuerst auf Frankfurt. Der DAX beendet die Sitzung nahezu unverändert, mit einer extrem schmalen Streuung über die Indexmitglieder. Tagessieger ist Beiersdorf mit einem Plus von 2,91 %. Tagesschlechtester ist E.ON mit einem Minus von lediglich 0,42 %. Zwischen bestem und schlechtestem Wert liegen also gerade einmal 3,33 Prozentpunkte.
Das ist bemerkenswert. An einem normalen Handelstag liegt diese Spanne im DAX regelmäßig bei 6 bis 10 Prozentpunkten. Ein Wert von 3,33 Prozentpunkten sagt dir: Es gab heute keinen Sektor, der geflohen wurde, und keinen Sektor, in den Kapital in Größenordnung hineingepumpt wurde. Der Markt hat nicht rotiert - er hat gewartet.
Interessant ist die Richtung der beiden Extreme. Beiersdorf ist ein Konsumtitel aus dem defensiven Lager, ein Unternehmen mit stabilen Margen und wenig konjunktureller Hebelwirkung. Wenn ausgerechnet ein Defensivwert den Tag anführt, während ein Versorger am schwächsten schließt, dann ist das kein Zufallsbefund. Es ist das klassische Muster eines Marktes, der Zinssensitivität abstraft und Sicherheit belohnt.
E.ON als Tagesschlechtester passt exakt in dieses Bild. Versorger sind die zinsempfindlichste Branche im DAX. Ihre Bewertung hängt an der Differenz zwischen erzielbaren Renditen auf regulierte Netze und dem risikofreien Zins. Wenn die 10-jährige US-Rendite nahe 5 % notiert und die Fed im September um 25 Basispunkte erhöht hat, dann steigt für jeden Versorger die Kapitalkostenhürde. Der Markt rechnet das ein - heute eben mit −0,42 %.
Ein Blick auf die Mehrmonatsentwicklung relativiert die Tagesbewegung allerdings deutlich. E.ON notiert bei 17,12 Euro, liegt auf Wochensicht bei −2,36 % und auf Monatssicht bei −8,17 %. Auf Jahressicht steht die Aktie aber weiterhin +9,28 % im Plus. Das heißt: Der Versorger hat in den vergangenen vier Wochen massiv Federn gelassen, ist aber nicht in einem Abwärtstrend. Was du hier siehst, ist eine Bewertungsanpassung an ein höheres Zinsniveau - keine operative Krise.
Die Gegenposition liefert Siemens. Die Aktie schließt bei 274,80 Euro, ein Plus von 0,31 % am Tag, +1,25 % auf Wochensicht und +21,40 % seit Jahresbeginn. Siemens steht damit exemplarisch für das, was den DAX 2026 trägt: industrielle Substanz mit strukturellem Wachstumsanteil, nicht Bewertungsexpansion. Wer in diesem Jahr im DAX Geld verdient hat, hat es mit genau dieser Art von Titeln verdient.
| Titel | Kurs | Tag | Woche | Monat | YTD |
|---|---|---|---|---|---|
| Beiersdorf (Tagessieger) | - | +2,91 % | - | - | - |
| Siemens | 274,80 € | +0,31 % | +1,25 % | - | +21,40 % |
| E.ON (Tagesschlechtester) | 17,12 € | −0,42 % | −2,36 % | −8,17 % | +9,28 % |
Die entscheidende Erkenntnis für dich: Der DAX hat heute keine Richtung geliefert. Die Tagesspanne von 3,33 Prozentpunkten ist ein Signal für Kompression. Solche Phasen enden selten mit einem Paukenschlag - sie enden meist mit einem Ausbruch, sobald ein neuer Impuls kommt. Und der nächste Impuls kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aus Frankfurt, sondern aus Washington.
Wall Street: Der Dow verliert, der Nasdaq hält - und das sagt viel über 2026
In New York ist das Bild klarer. Der Dow Jones Industrial Average schließt bei 51.349,98 Punkten, ein Minus von 0,31 %. Der S&P 500 beendet den Tag bei 7.704,13 Punkten, ein Minus von lediglich 0,02 %. Und der Nasdaq Composite schließt bei 26.939,37 Punkten mit einem hauchdünnen Plus von 0,01 %.
Diese drei Zahlen nebeneinander sind ein Lehrstück. Der Dow, der klassische Industrie- und Zyklikerindex, verliert viermal so stark wie der breite Markt. Der Nasdaq, der Technologie- und Wachstumsindex, dreht die Nulllinie ins Plus. Das ist keine zufällige Tageskonstellation - das ist die Signatur eines Marktes, in dem Kapital innerhalb der Aktienquote von zyklischen in strukturelle Wachstumswerte wandert, ohne die Aktienquote selbst zu verlassen.
| Index | Schlussstand | Veränderung |
|---|---|---|
| Dow Jones Industrial Average | 51.349,98 | −0,31 % |
| S&P 500 | 7.704,13 | −0,02 % |
| Nasdaq Composite | 26.939,37 | +0,01 % |
Warum verliert der Dow, während der Nasdaq hält? Der Dow ist mit über 40 % Gewichtung in Industrie-, Finanz- und Gesundheitswerten aufgestellt. Alle drei Kategorien reagieren empfindlich auf zwei Dinge: höhere Kapitalkosten und schwächere Konjunkturperspektiven. Beide Faktoren sind heute präsent. Die Finanzwerte profitieren zwar grundsätzlich von einer steileren Zinskurve, aber nicht von einer 10-Jahres-Rendite nahe 5 %, die die Kreditnachfrage abwürgt. Die Industrie leidet unter dem starken Dollar, der Exporte verteuert. Und die Gesundheitswerte haben mit der Zinsbewegung nichts zu tun, mit politischem Preisdruck aber sehr viel.
Der Nasdaq hält dagegen, weil die großen Technologieplattformen eines gemeinsam haben: Sie finanzieren sich kaum über Fremdkapital. Ein Zinsniveau von 5 % trifft sie im operativen Geschäft fast nicht. Was sie trifft, ist die Diskontierung ihrer künftigen Gewinne - und dieses Argument hat der Markt 2026 weitgehend verdaut. Der Nasdaq steht bei 26.939 Punkten, ein Niveau, das ohne die Zinserhöhungen des laufenden Jahres kaum erklärbar wäre. Die Bewertung ist hoch, aber sie ist konsistent mit den Cashflows.
Für dich als Anleger heißt das: Die Tagesbewegung von 0,01 % im Nasdaq ist statistisch bedeutungslos. Die relative Stärke gegenüber dem Dow ist es nicht. Wenn du in den vergangenen Monaten zyklische US-Werte gehalten hast, hast du gegen den Strom geschwommen.
Anleihen: Die 5-%-Marke ist die eigentliche Frontlinie des Jahres 2026
Kommen wir zum wichtigsten Markt des Tages - und es ist nicht der Aktienmarkt. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe bewegt sich weiterhin nahe der 5-%-Marke. Die US-Notenbank hat im September 2026 die Federal Funds Rate um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Kurzfristig hat das die US-Anleiherenditen nach oben getrieben - ein Muster, das in dieser Form nicht selbstverständlich ist, denn klassischerweise fallen die langen Renditen, wenn die Fed den Leitzins erhöht und damit Inflationserwartungen dämpft.
Dass die lange Rendite heute nicht fällt, sondern hält, ist ein Warnsignal. Es bedeutet: Der Markt glaubt nicht, dass die Fed mit einer einzigen Erhöhung fertig ist. Oder er glaubt nicht, dass die Inflation schnell genug zurückkommt. Beide Interpretationen führen zum gleichen Ergebnis - höhere Risikoprämie am langen Ende.
Die EZB hält weitere Schritte offen. Das ist Zentralbanksprache für: Wir wissen es selbst noch nicht. Die Europäische Zentralbank steht vor einem Dilemma, das sich in den heutigen Daten perfekt spiegelt. Die europäische Konjunktur ist schwächer als die US-amerikanische, was für niedrigere Zinsen spricht. Gleichzeitig importiert Europa Energieinflation, was für höhere Zinsen spricht. Und der Euro ist gegenüber dem Dollar nicht stark genug, um diesen Import zu dämpfen.
Die Bank of Japan könnte im Dezember den Zinspfad fortsetzen. Das ist deshalb relevant, weil Japan über Jahrzehnte der globale Anker für billiges Geld war. Jede Normalisierung des japanischen Zinsniveaus entzieht dem globalen Anleihemarkt Liquidität. Wenn japanische Investoren ihre Auslandsanleihen zurückholen, weil heimische Renditen attraktiv werden, fehlt dieses Kapital am US- und am europäischen Rentenmarkt. Das ist kein Tageseffekt, sondern ein struktureller Gegenwind, der sich über Quartale aufbaut.
Was heißt das konkret für dein Depot? Erstens: Die Duration ist 2026 kein Sicherheitsfaktor, sondern ein Risikofaktor. Lang laufende Anleihen mit niedrigem Kupon verlieren bei jeder Bewegung der 5-%-Marke nach oben überproportional. Zweitens: Die relative Attraktivität von Dividendenwerten sinkt, wenn der risikofreie Zins 5 % abwirft. Warum solltest du eine Aktie mit 3,5 % Dividendenrendite halten, wenn du für eine US-Staatsanleihe 5 % bekommst? Genau diese Frage stellt sich der Markt gerade - und sie erklärt, warum Versorger wie E.ON heute zu den Verlierern zählen.
Mehr zur Einordnung der Zinspolitik und zu den kommenden Sitzungsterminen findest du in unserer laufenden Analyse der Anleihemärkte.
Devisen: Der Euro kämpft sich zurück - aber der Dollar bleibt stark
Am Devisenmarkt gibt es heute eine leichte Entspannung für den Euro. Der Dollar kostete zuletzt 0,8769 Euro, nach 0,8797 Euro zuvor. Umgerechnet bedeutet das einen Anstieg von EUR/USD auf rund 1,1404, von etwa 1,1368. Der Euro legt also zum US-Dollar etwas zu - ein kleines Plus, aber ein Plus.
Gleichzeitig notiert der US-Dollar-Index (DXY) bei 101,25 Punkten und damit leicht im Plus. Auf den ersten Blick ist das ein Widerspruch: Wenn der Euro zum Dollar gewinnt, müsste der Dollar-Index fallen, denn der Euro hat darin ein Gewicht von rund 57 %. Die Auflösung liegt in den anderen Währungen im Korb. Der Dollar verliert gegenüber dem Euro, gewinnt aber gegenüber dem Yen und Teilen des asiatischen Währungsraums. Der DXY misst einen Korb - und dieser Korb ist heute nicht einheitlich.
Das Muster dahinter ist bekannt und für dich wichtig: Der Dollar ist nicht schwach, er ist selektiv stark. Gegenüber Währungen von Volkswirtschaften mit niedrigeren Realzinsen gewinnt er, gegenüber dem Euro verliert er leicht, weil die EZB nicht mehr ganz so dovish klingt wie noch im Frühjahr. Die Kombination aus einer Fed, die im September erhöht hat, und einer EZB, die weitere Schritte offenhält, ist für den Euro eigentlich ungünstig. Dass er trotzdem zulegt, sagt etwas über die Bewertung: Ein großer Teil der Zinsdifferenz ist im Kurs bereits enthalten.
Der japanische Yen bleibt unter Druck. Solange die Bank of Japan zwar über Normalisierung spricht, aber nur zögerlich liefert, bleibt der Yen die Finanzierungswährung Nummer eins für Carry-Trades. Das ist ein Risiko, das man im Auge behalten sollte: Carry-Trades funktionieren, bis sie nicht mehr funktionieren - und dann gleichzeitig für alle. Die Diskussion um einen Zinsschritt im Dezember ist deshalb mehr als eine Fußnote. Wenn die BoJ tatsächlich liefert, kann die Auflösung von Yen-Finanzierungen innerhalb weniger Tage für Bewegung an allen Märkten sorgen.
Für dich praktisch relevant: Ein EUR/USD um 1,14 ist für europäische Exporteure kein Katastrophenniveau, aber auch kein Geschenk. Für US-Anleger in europäischen Aktien bedeutet der heutige Tag einen kleinen Währungsgewinn. Und für alle, die Fremdwährungsrisiken ungesichert halten, ist die Botschaft des Tages: Die Richtung des Dollars hängt 2026 stärker an der Fed als an der EZB. Details dazu findest du in unserem Devisen-Ressort.
Rohstoffe: Hormus-Hoffnung drückt Öl, Gold sucht Versicherung
Der Rohstoffmarkt hat heute die klarste Story zu bieten - und sie kommt aus der Geopolitik. Berichte über ein iranisches Angebot zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus haben die Ölpreise unter Druck gesetzt. Die Straße von Hormus ist der wichtigste maritime Engpass für Rohöl überhaupt; rund ein Fünftel des globalen Seetransports von Öl läuft durch diese Meerenge. Jede Nachricht, die eine Entspannung signalisiert, nimmt sofort einen geopolitischen Risikoaufschlag aus dem Preis.
Das klingt nach einer guten Nachricht für die Inflation. Und mittelfristig ist es das auch. Kurzfristig ist die Lage aber komplizierter, und hier wird es für dein Depot entscheidend: Die heutigen US-Erzeugerpreisdaten zeigen, dass die Preise auf der Güterstufe deutlich gestiegen sind, getrieben von einem signifikanten Anstieg der Energiepreise in der Endnachfrage sowie von Nahrungsmitteln. Das heißt: Die Energieverteuerung der vergangenen Monate ist noch nicht vollständig durch die Lieferkette gewandert. Was heute an der Tankstelle und in den Produzentenpreisen ankommt, war vor Wochen und Monaten im Rohölpreis bereits enthalten.
Wenn der Ölpreis jetzt wegen Hormus fällt, wirkt das erst mit Verzögerung dämpfend auf die Erzeugerpreise - und noch später auf die Verbraucherpreise. Für die Zentralbanken bedeutet das: Der Desinflationspfad ist real, aber er ist langsam. Zu langsam, um jetzt schon Entwarnung zu geben. Genau das ist der Grund, warum die Fed im September erhöht hat und warum die 10-Jahres-Rendite nahe 5 % bleibt.
Gold reagiert auf dieses Umfeld mit leichtem Zugewinn. Der SPDR Gold Shares ETF (GLD) notiert bei 394,97 US-Dollar, ein Plus von 0,84 % - und ist damit der stärkste Tagesgewinner unter den klassischen Anlageklassen-ETFs. Das ist kein Zufall. Gold performt in Phasen, in denen der Realzins unklar ist und die Inflationsunsicherheit hoch bleibt. Eine Welt mit einer Jahres-Erzeugerpreisrate von 4,9 %, einer 10-Jahres-Rendite nahe 5 % und einem geopolitisch unruhigen Nahen Osten ist genau das: unklar.
| Anlageklasse | Instrument / Referenz | Stand | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Gold | GLD (ETF) | 394,97 USD | +0,84 % |
| US-Aktien breit | SPY (ETF) | 769,85 USD | - |
| US-Tech | QQQ (ETF) | 745,55 USD | +0,60 % |
| US-Anleihen lang | TLT (ETF) | 79,60 USD | +0,23 % |
| US-Dollar | DXY | 101,25 | leicht positiv |
Bemerkenswert ist der QQQ mit +0,60 %. Der Technologie-ETF legt deutlich stärker zu als der Nasdaq Composite (+0,01 %). Das bedeutet: Die großen Technologiewerte tragen den Markt, während die kleineren und mittleren Technologietitel nachgeben. Es ist ein Markt der großen Namen - ein Muster, das sich durch das gesamte Jahr 2026 zieht. Mehr zu den Rohstofftreibern liest du in unserem Rohstoff-Update.
Krypto und Alternativen: Bitcoin als stiller Profiteur
Auch im Krypto-Segment gibt es heute ein positives Vorzeichen. Bitcoin notiert bei 84.745,84 US-Dollar, ein Plus von 0,43 %. Das ist kein spektakulärer Move, aber er ist aussagekräftig: Während der Dow 0,31 % verliert und der S&P 500 praktisch unverändert schließt, hält sich Bitcoin im Plus.
Diese relative Stärke ist erklärbar. Bitcoin hat sich 2026 zunehmend als Liquiditäts- und Inflationshedge positioniert, der nicht an Unternehmensgewinne gekoppelt ist. In einer Woche, in der die Erzeugerpreise heißer ausfallen als erwartet und die langfristigen Realzinsen unklar sind, ist das ein valides Narrativ. Ob es trägt, hängt davon ab, ob die Fed wirklich fertig ist. Steigt die Federal Funds Rate weiter, wird auch Bitcoin unter Druck kommen - nur später und weniger stark als Wachstumsaktien, weil es keine Cashflows diskontiert.
Für dich heißt das: Bitcoin ist heute kein Risiko-off-Asset mehr, sondern ein Liquiditätsasset mit eigener Dynamik. Wer es als Diversifikation hält, sollte es nicht als Aktienersatz betrachten, sondern als Position, die in genau den Phasen funktioniert, in denen das klassische 60/40-Portfolio versagt - also dann, wenn Anleihen und Aktien gleichzeitig unter Zinsdruck stehen.
Was du aus diesem Tag mitnehmen solltest
Der 25. September 2026 war kein Tag, an dem man handeln musste. Er war ein Tag, an dem man verstehen musste. Drei Dinge stehen fest: Erstens, der DAX ist in einer Kompressionsphase - die Tagesspanne von 3,33 Prozentpunkten zwischen Beiersdorf und E.ON ist das Gegenteil von Panik und das Gegenteil von Euphorie. Zweitens, die Wall-Street-Divergenz zwischen Dow (−0,31 %) und Nasdaq (+0,01 %) ist kein Rauschen, sondern ein Rotationssignal, das sich seit Monaten aufbaut. Drittens, der eigentliche Treiber bleibt der Anleihemarkt: Solange die 10-jährige US-Rendite nahe 5 % steht, hat jede Bewertungserhöhung an den Aktienmärkten einen harten Deckel.
Die Erzeugerpreisdaten haben heute gezeigt, dass die Inflation nicht besiegt ist - sie ist nur langsamer geworden. Eine Jahresrate von 4,9 % nach 5,5 % ist Fortschritt, aber es ist kein Fortschritt, der eine Zinssenkung rechtfertigt. Wer darauf setzt, setzt auf ein Szenario, für das es heute keine Datenbasis gibt.
Und schließlich: Der Euro legt leicht zu, Gold legt leicht zu, Bitcoin legt leicht zu - während der Dow nachgibt. Das ist die Signatur eines Marktes, der nicht aus Aktien herausgeht, sondern innerhalb seiner Risikopositionen umschichtet. Für dein Depot bedeutet das: Die Diversifikation über Anlageklassen hinweg zahlt sich in genau solchen Phasen aus. Die Diversifikation innerhalb der Aktienquote - also die Frage, ob du zyklisch oder strukturell aufgestellt bist - entscheidet 2026 über deine Rendite.
Häufige Fragen zum Handelstag 25. September 2026
Warum hat der DAX heute kaum bewegt, obwohl es neue Inflationsdaten gab?
Weil die Daten kein neues Szenario eröffnet haben. Die Erzeugerpreis-Jahresrate fiel von 5,5 % auf 4,9 %, aber die Güterkomponenten blieben heiß. Damit war die Botschaft für den Markt: keine Entwarnung, aber auch keine Verschärfung. Bei einer Tagesspanne von nur 3,33 Prozentpunkten zwischen Beiersdorf (+2,91 %) und E.ON (−0,42 %) hat der Markt kollektiv beschlossen, auf den nächsten Impuls zu warten.
Warum verliert der Dow stärker als der Nasdaq?
Der Dow ist schwer gewichtet in Industrie, Finanzen und Gesundheitswerten. Alle drei reagieren empfindlich auf Kapitalkosten und Konjunkturaussichten. Der Nasdaq ist von den großen Technologieplattformen dominiert, die kaum Fremdkapital benötigen und daher von einer 10-Jahres-Rendite nahe 5 % operativ nicht getroffen werden. Die Divergenz von 0,32 Prozentpunkten zwischen Dow und Nasdaq ist klein, aber die Richtung ist seit Monaten konsistent.
Was bedeutet die 5-%-Marke bei US-Staatsanleihen für meine Aktien?
Sie setzt die Messlatte für jede Aktienbewertung. Wenn eine risikofreie US-Staatsanleihe 5 % abwirft, muss eine Aktie deutlich mehr Renditeperspektive bieten, um attraktiv zu sein. Besonders betroffen sind dividendenstarke, zinsempfindliche Sektoren wie Versorger - deshalb war E.ON heute der schwächste DAX-Wert mit −0,42 % und liegt auf Monatssicht bei −8,17 %.
Ist der Ölpreisrückgang wegen Hormus ein Inflationssignal?
Mittelfristig ja, kurzfristig nein. Ein iranisches Angebot zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus nimmt einen geopolitischen Risikoaufschlag aus dem Ölpreis. Aber die heutigen PPI-Daten zeigen, dass die Energieverteuerung der vergangenen Monate noch nicht vollständig in den Güterpreisen angekommen ist. Die Wirkung kommt mit Verzögerung - deshalb bleibt die Inflation kurzfristig hartnäckig.
Sollte ich jetzt Gold kaufen?
Das ist keine Anlageempfehlung, aber die Datenlage ist eindeutig: GLD legte heute +0,84 % zu und war damit der stärkste der großen Anlageklassen-ETFs. Gold funktioniert in Phasen, in denen Realzinsen unklar sind und die Inflationsunsicherheit hoch bleibt. Beides ist heute der Fall. Wer Gold hält, hält es aber typischerweise als Baustein, nicht als All-in-Position.
Was ist der wichtigste Termin der nächsten Wochen?
Die nächsten Sitzungen von Fed, EZB und Bank of Japan. Die Fed hat im September um 25 Basispunkte erhöht; ob sie nachlegt, hängt an den kommenden Inflationsdaten. Die EZB hält sich Optionen offen, und die BoJ könnte im Dezember den Zinspfad fortsetzen. Gerade der japanische Termin ist unterschätzt - eine Yen-Normalisierung würde globale Liquidität entziehen. Einen Überblick findest du in unserem Notenbank-Kalender.
Disclaimer: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Alle genannten Kurse, Renditen und Prozentangaben beziehen sich auf den Handelstag 25. September 2026 und können sich jederzeit ändern. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse. Investitionen in Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Kryptowährungen sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Jeder Anleger ist für seine eigenen Anlageentscheidungen selbst verantwortlich. Konsultiere im Zweifel einen unabhängigen Finanzberater.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.
