ING Depot vs. Neobroker – Was lohnt sich wirklich?
Wenn du in Deutschland anfangen willst, Vermögen aufzubauen, kommst du an einer grundlegenden Entscheidung nicht vorbei: Wo eröffne ich mein Depot? Die Wahl des Brokers ist entscheidend für deinen langfristigen Erfolg. Und meistens landet man bei einer der größten Fragen überhaupt: ING Depot vs. Neobroker – was lohnt sich wirklich? Auf der einen Seite die etablierte Bank aus dem niederländischen Hause, bei der viele ohnehin ihr Girokonto haben. Auf der anderen Seite die jungen, wilden App-Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital, die mit extrem niedrigen Gebühren und schicker Oberfläche punkten. Dieser Vergleich schaut ganz genau hin. Keine Marketing-Sprüche, keine verschönten Konditionen. Nur harte Zahlen, Fakten und meine ehrliche Meinung.
Was ist eigentlich was? Die Fronten klären
Bevor wir in die Details gehen, müssen wir kurz definieren, über wen wir hier überhaupt reden. Die Welt der Broker hat sich in den letzten Jahren massiv verändert.
Die ING – Der etablierte Riese
Die ING ist eine Direktbank. Keine Filiale, bei der du Tante Erna beim Überweisen zusehen kannst, aber eine klassische Bankstruktur im Hintergrund. Du bekommst ein normales Verrechnungskonto, kannst Überweisungen machen, Daueraufträge setzen und hast ein Depot, das fest in die Bankstruktur integriert ist. Die ING war lange Zeit der Go-to-Broker für viele Deutsche, weil sie einfach da war und die Gebühren strukturierter waren als bei der Hausbank um die Ecke.
Die Neobroker – Die App-Revolution
Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Lynx sind rein digital. Sie haben keine Bankfilialen, keine teuren Berater und reduzieren alles auf die App. Ihr ganzer Anspruch ist es, den Börsenhandel so billig wie möglich zu machen. Sie sind quasi der Aldi unter den Brokern: Keine Beratung, keine Extras, aber der Preis reißt es. Aber Vorsicht: Cheap is not always free, wie wir später noch sehen werden.
Die Gebühren: Wo blutest du wirklich aus?
Kommen wir zum wichtigsten Punkt. Gebühren fressen deine Rendite. Bei langfristigem Sparen macht ein Unterschied von 1 Prozentpunkt über 20 Jahre einen Unterschied von Zehntausenden Euro. Deswegen müssen wir hier genau hinschauen.
Ordergebühren beim Kauf und Verkauf
Hier ist der größte Unterschied. Die ING verlangt für den Kauf und Verkauf von Aktien und ETFs einen prozentualen Obolus. Aktuell liegt der Grundpreis bei 4,90 Euro plus 0,25 Prozent vom Orderwert. Das klingt nach wenig, addiert sich aber.
- Beispiel ING: Du kaufst Aktien für 1.000 Euro. Das kostet dich 4,90 Euro + 2,50 Euro (0,25%) = 7,40 Euro. Verkaufst du sie später für 2.000 Euro, zahlst du 4,90 Euro + 5,00 Euro = 9,90 Euro.
- Beispiel Neobroker (Trade Republic): Du kaufst Aktien für 1.000 Euro. Das kostet dich 1 Euro Fremdkostenpauschale. Verkaufst du sie für 2.000 Euro, zahlst du wieder 1 Euro.
- Beispiel Neobroker (Scalable Capital Free Broker): Hier zahlst du sogar 0 Euro Ordergebühr, wenn du über die Börse Stuttgart (gettex) handelst. Ausnahme: Bei Orders unter 250 Euro Orderwert werden 1 Euro fällig.
Die Erkenntnis: Wenn du Einzelaktien kaufst und verkaufst, sind die Neobroker unschlagbar günstig. Bei der ING zahlst du für eine 1.000-Euro-Order fast das Achtfache im Vergleich zu Trade Republic. Das tut weh, wenn du oft tradest.
Was ist mit ETF-Sparplänen?
Hier wird es interessant, denn beim langfristigen Vermögensaufbau nutzt fast jeder ETF-Sparpläne. Du stellst einen Betrag ein (z.B. 100 Euro im Monat) und der Broker kauft automatisch für dich nach.
Die ING hat hier nachgezogen und bietet mittlerweile eine stattliche Anzahl an ETF-Sparplänen für 0 Euro Ausführungskosten an. Das war früher anders, aber der Druck der Neobroker war zu groß. Trade Republic und Scalable Capital bieten ETF-Sparpläne ebenfalls für 0 Euro an.
In diesem Punkt gibt es also einen deutlichen Gleichstand. Wenn du ausschließlich kleine ETF-Sparpläne besparen willst und nie etwas verkaufst, sind die laufenden Kosten bei beiden nahezu identisch. Achtung: Bei der ING gibt es manchmal Restbeträge, die nicht investiert werden, weil die Aktien nicht geteilt werden können (Bruchteil-Aktien sind bei der ING nicht möglich). Neobroker bieten zunehmend Bruchteile an, sodass wirklich jeder Cent arbeitet.
Das Angebot: Was kannst du überhaupt kaufen?
Günstig ist toll. Günstig hilft dir aber nichts, wenn das, was du kaufen willst, gar nicht im Sortiment ist. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen Spezialist und Generalist.
ETFs und Aktien
Beide bieten ein massives Angebot an Aktien und ETFs. Die ING hat ein Repertoire von über 1.200 ETFs und tausenden Aktien. Trade Republic und Scalable bieten noch mehr Auswahl, insbesondere an internationalen Nischen-ETFs und Small-Cap-Aktien. Hier gewinnen die Neobroker knapp wegen der schieren Menge und der Möglichkeit, auch exotischere Werte per Sparplan zu besparen.
Der große Unterschied: Derivate und Hebelprodukte
Hier zieht die ING plötzlich davon. Wer Optionen, Knock-outs, Zertifikate oder Open-End-Puts handeln will, ist bei den Neobrokern (bis auf wenige Ausnahmen wie Scalable Capital mit Xetra-Optionen) fast komplett falsch. Trade Republic bietet zwar Hebelprodukte an, aber das Sortiment ist im Vergleich zur ING winzig. Die ING hat als Vollservice-Broker das komplette Derivate-Sortiment der Emittenten wie Société Générale, BNP Paribas oder Vontobel integriert.
Fazit zum Angebot: Wenn du reine Aktien und ETFs willst, reicht der Neobroker. Wenn du gerne mit Hebeln spielst oder komplexe Zertifikate-Strategien baust, brauchst du die ING oder einen anderen klassischen Broker.
Usability und App: Design vs. Funktion
Wir leben im Jahr 2026. Eine hässliche Website ist keine Entschuldigung mehr. Wie bedienen sich die beiden Lager?
Die Neobroker-App
Trade Republic und Scalable Capital sind extrem aufgeräumt. Du loggst dich mit FaceID ein, siehst sofort deinen Depotwert, deine offenen Orders und kannst mit drei Klicks eine Aktie kaufen. Die Apps sind flüssig, modern und machen Zocken fast schon wieder attraktiv – was auch eine Gefahr ist, darauf komme ich später noch. Alles ist auf den kleinen Bildschirm optimiert. Desktop-Webseiten existieren, sind aber oft zweitrangig.
Die ING-Webseite und App
Die ING ist traditionell eine Desktop-Bank. Die Webseite ist funktional, aber sie ist ein Relikt aus den 2010er Jahren. Wenn du tief im Depot-Menü wühlst, brauchst du manchmal drei Klicks mehr als nötig. Die App der ING ist besser geworden, aber sie fühlt sich immer noch an wie ein online gestellter Bankberater und nicht wie ein schnelles FinTech. Die Darstellung von Dividenden, Steuerabzügen und Historie ist bei der ING zwar detaillierter, aber optisch schlicht und etwas steif.
Mein Fazit: Für den schnellen Kauf auf dem Sofa gewinnt die Neobroker-App. Für die ausführliche Analyse der Steuerabzüge am Freitagabend mit einem Excel-Export gewinnt die ING-Desktop-Ansicht.
Verrechnungskonto und Zinsen auf freie Liquidität
Ein oft unterschätztes Thema: Was passiert mit dem Geld, das nicht investiert ist, sondern auf dem Verrechnungskonto liegt?
Die ING-Methode
Bei der ING hast du ein normales Girokonto (das Extra-Konto) als Verrechnungskonto. Du kannst dort Überweisungen tätigen, Daueraufträge einrichten und ganz normal deinen Alltag darauf abwickeln. Auf dem Guthaben gibt es aktuell einen soliden Zins, der aber meist nur auf Neukonten oder bis zu einer bestimmten Summe gewährt wird. Danach tendiert der Zins gegen null.
Der Neobroker-Ansatz
Trade Republic hat 2024/2025 die Spielregeln verändert und zahlt 4 Prozent Zinsen p.a. auf nicht investiertes Guthaben (bis zu einer bestimmten Freigrenze). Das ist massiv. Scalable Capital bietet das über integrierte Geldmarktfonds (wie den Scalable Money Market Fund) an, was steuerlich etwas anders, aber vom Effekt her ähnlich ist. Ein Verrechnungskonto bei Trade Republic ist aber kein vollwertiges Girokonto. Du kannst keine Daueraufträge an Miete oder Strom setzen. Es ist ein reines Verrechnungskonto fürs Depot.
Die Erkenntnis: Wenn du oft größere Summen liegen hast, bevor du sie investierst (z.B. weil du auf den richtigen Einstieg wartest), sind die 4 Prozent Zinsen bei Trade Republic ein Killer-Feature. Die ING kann da aktuell nicht mithalten. Brauchst du aber ein echtes Girokonto mit voller Funktionalität, liefert die ING das Paket.
Sicherheit und Einlagensicherung: Der Angst-Faktor
Wir haben Lehmann, wir haben die Silobank-Pleiten, wir haben den Finanzmarkt-Turbulenzen. Die Frage nach der Sicherheit ist legitim.
Wie sicher ist die ING?
Die ING ist eine systemrelevante Großbank mit Hauptsitz in Amsterdam. Sie unterliegt der niederländischen Einlagensicherung, die 100.000 Euro pro Kunde garantiert. Darüber hinaus ist die ING Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des niederländischen Bankenverbandes, der Absicherungen in die Milliardenhöhe bietet. Kurzum: Dein Geld auf dem Verrechnungskonto ist so sicher, wie es in Europa nur sein kann.
Wie sicher sind Neobroker?
Hier müssen wir genau unterscheiden. Die Wertpapiere in deinem Depot (Aktien, ETFs) sind nach dem deutschen Depotgesetz (KWG) Sondervermögen. Wenn der Neobroker pleite geht, gehören die Aktien weiterhin dir. Sie werden auf ein anderes Depot übertragen. Das ist bei der ING genauso.
Das Geld auf dem Verrechnungskonto ist das Risiko. Trade Republic ist eine deutsche Bank (mit voller BaFin-Lizenz) und unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro. Scalable Capital lagert das Verrechnungskonto bei der Baader Bank aus. Auch hier greift die gesetzliche Einlagensicherung. Es ist also nicht so, dass dein Geld weg ist. Aber: Das Risiko eines operativen Shutdowns oder einer IT-Panne ist bei einem rasant wachsenden Start-up statistisch höher als bei einer seit Jahrzehnten bestehenden Großbank wie der ING.
Mein Rat: Bei beiden sind deine Aktien sicher. Bei beiden sind deine Verrechnungskonten bis 100.000 Euro abgesichert. Wer extrem viel Bargeld (über 100k) auf dem Verrechnungskonto liegen hat, sollte es ohnehin splitten oder sofort investieren.
Steuern und Steuerabrechnung: Das lästige Finanzamt
In Deutschland zahlen wir Abgeltungssteuer (25% + Soli + ggf. Kirchensteuer) auf Kapitalerträge. Wie gehen die Broker damit um?
Automatischer Abzug bei beiden
Die ING und die Neobroker behalten die Quellensteuer automatisch ein und führen sie an das Finanzamt ab. Du musst bei der Steuererklärung normalerweise nicht aktiv werden, es sei denn, du willst Verlustverrechnungstöpfe nutzen.
Der Teufel steckt im Detail: Verlustverrechnung
Hier hat die ING eine historische Stärke. Wenn du bei der ING Aktien mit Verlust verkaufst, wird dieser Verlust in einen Verlustverrechnungstopf für Aktien geparkt. Machst du später Gewinne mit anderen Aktien, rechnet die ING das automatisch gegeneinander und du sparst Steuern.
Bei den Neobrokern ist das eine absolute Katastrophe. Trade Republic und Scalable Capital führen die automatische Verlustverrechnung für Aktien und ETFs nicht automatisch durch. Du musst dir am Jahresende eine Steuerbescheinigung exportieren, die Verluste und Gewinne mühsam in die Anlage KAP der Steuererklärung eintragen und hoffen, dass das Finanzamt es korrekt verrechnet. Bei vielen kleinen Trades (Thema: Tax-Loss-Harvesting) ist das ein bürokratischer Albtraum.
Auch die Anschaffungskosten von ETFs, die du teilweise verkaufst, werden bei Neobrokern in der Steuererklärung oft nicht sauber nachverfolgt, was zu falschen Steuerbescheinigungen führen kann. Die ING hat hier die viel ausgereiftere Backend-Software.
Auslanddividenden und Quellensteuer
Ein fieses Thema, das viele Anleger erst bei der Steuererklärung merken: Dividenden aus US-Aktien. Die USA behält 15% Quellensteuer ein. Mit der Formular W-8BEN beim Broker kannst du dich davon befreien lassen, sodass du nur noch 15% statt 30% zahlst und die restlichen 15% in Deutschland anrechnen lassen kannst.
Die ING macht das automatisch für dich, wenn du das Formular einmal ausgefüllt hast (bzw. das mittlerweile oft auch automatisch über das Steuerabkommen läuft). Bei Trade Republic musst du das Formular aktiv in der App hochladen oder ausfüllen. Es funktioniert, ist aber ein zusätzlicher Schritt. Noch schlimmer ist es bei Dividenden aus anderen Ländern (z.B. Kanada, Schweiz). Hier muss man oft manuell bei der Steuererklärung die Anrechnung beantragen. Die ING liefert dir dafür die nötigen Bescheinigungen auf Knopfdruck. Bei den Neobrokern suchst du oft im PDF-Dschungel der Dividendenabrechnungen.
Der Psychologie-Faktor: Gamification vs. Langeweile
Dieser Punkt steht in keinem Prospekt, ist aber meiner Meinung nach der wichtigste für Anfänger. Wie beeinflusst der Broker dein Verhalten?
Die Gefahr der Neobroker
Trade Republic feuert dir Push-Benachrichtigungen auf das Handy, wenn der DAX um 2% rotiert. "Markt im freien Fall – Jetzt handeln?". Scalable zeigt dir deine Tagesgewinne in Echtzeit an. Das Gamification-Design züchtet FOMO (Fear Of Missing Out) und Panik. Wenn du ein Depot primär über die App steuerst, wirst du viel öfter reinschauen. Und jedes Mal, wenn du reinschaust, bist du in Versuchung, etwas zu tun. Trading ist der Feind des Investierens. Die Neobroker machen es extrem einfach, sich selbst zu sabotieren.
Die Tugend der ING
Die ING ist langweilig. Du loggst dich ein, siehst eine etwas angestaubte Oberfläche, stellst deinen ETF-Sparplan ein und loggst dich wieder aus. Es gibt keine confetti-Animationen, wenn du eine Aktie kaufst. Es gibt keine ständigen Push-Nachrichten über Marktbewegungen. Langeweile ist ein Feature, kein Bug. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist die ING psychologisch die sicherere Wahl, weil sie dich in Ruhe lässt.
Ich selbst: Wie ich meine Depots strukturiere
Ich nutze beide Welten. Warum? Weil man nicht immer nur eine Lösung für alles braucht. Ich habe mein Kern-Depot bei der ING. Dort laufen meine großen ETF-Sparpläne (MSCI World, Emerging Markets) monatlich rein. Warum? Weil ich der ING bei großen, langfristigen Beständen einfach den Backend-Prozessen (Steuern, Quellensteueranrechnung, Sicherheit) mehr vertraue. Und weil mich die ING-App nicht animiert, jeden Tag an der Börse herumzukurbeln.
Aber: Ich habe auch ein Depot bei einem Neobroker. Das ist mein "Spielgeld"-Depot. Wenn ich eine Einzelaktie sehe, die ich für unterbewertet halte (z.B. Apple oder Microsoft), kaufe ich sie beim Neobroker. Die 1 Euro Gebühr macht es möglich, auch mal kleinere Positionen von 500 Euro aufzubauen, ohne dass die ING mir 6 Euro Ordergebühr abzieht. Aber mein Altersvorsorge-Kernkapital? Das liegt nicht bei einer App, die mich mit Push-Nachrichten beglückt.
Weitere wichtige Unterschiede im Detail
Es gibt noch ein paar Details, die den Alltag eines Anlegers beeinflussen können, die aber oft unter dem Radar fliegen.
Überweisungen und Ein- / Auszahlungen
Bei der ING überweist du Geld einfach per normaler SEPA-Überweisung von deinem Girokonto ins Depot. Geht in Sekunden per Echtzeitüberweisung, ist am selben Tag buchbar. Auszahlungen gehen genauso einfach auf das Referenzkonto.
Bei den Neobrokern ist das oft etwas friemelig. Du musst per SEPA auf ein spezielles Referenzkonto der Baader Bank oder der Clear.Just überweisen. Manchmal dauert das einen Bankarbeitstag. Auszahlungen auf externe Konten gehen, dauern aber auch. Wer sein Geld sofort haben will, ist bei der ING schneller bedient.
Fonds und aktives Management
Die ING bietet nicht nur ETFs, sondern auch aktive Investmentfonds von großen Gesellschaften (Allianz, Fidelity, etc.) an. Das ist für viele traditionelle Sparer wichtig, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass aktive Fonds meistens schlechter sind als billige ETFs. Neobroker fokussieren sich fast ausschließlich auf börsengehandelte Produkte (ETFs, Aktien). Wenn du also zwingend einen bestimmten aktiv gemanagten Fonds willst, den es nur als physischen Fonds ohne Börsenzulassung gibt, brauchst du die ING.
Kreditkarten und Extras
Die ING bietet oft Visa-Kreditkarten kostenlos zum Girokonto an, hat ein Baufinanzierungs-Team und bietet Konsumentenkredite an. Es ist ein Finanz-Baukasten. Neobroker wollen dein Depot und deine Altersvorsorge (Stichwort: private Rentenversicherung bei Trade Republic). Sie wollen keine Kredite vermitteln. Wenn du also einen Broker suchst, der auch deine Finanzierung macht, ist die ING die einzige Adresse.
Fazit: Für wen lohnt sich was?
Nach all den Zahlen, Features und psychologischen Exkursen steht die finale Entscheidung an. ING Depot vs. Neobroker – wer gewinnt? Es gewinnt der, der am besten zu dir passt. Hier ist die ultimative Entscheidungshilfe.
Geh zur ING, wenn...
- ...du ein All-in-One-Paket suchst (Girokonto, Kreditkarte, Depot an einem Ort).
- ...du hauptsächlich ETF-Sparpläne für die Altersvorsorge besparen willst und die Finger davon lässt.
- ...du Derivate, Optionen und Zertifikate handeln willst.
- ...dir eine saubere, automatische Steuerabwicklung und Verlustverrechnung wichtig ist und du dir den Papierkram mit dem Finanzamt sparen willst.
- ...du international dividierende Aktien hältst und die Quellensteuer-Abrechnung nicht selbst frickeln willst.
- ...du dich selbst vor dir schützen willst, indem du eine langweilige, aber verlässliche Oberfläche nutzt, die dich nicht zum Handeln animiert.
Geh zum Neobroker, wenn...
- ...du vor allem Einzelaktien kaufen und verkaufen willst und die Ordergebühren der ING dich aufregen.
- ...du oft kleine Beträge (unter 500 Euro) investierst, wo die prozentualen Gebühren der ING unverhältnismäßig hoch wären.
- ...du das Gamification und die schnelle App liebst und diszipliniert genug bist, nicht bei jedem Dip in Panik zu verkaufen.
- ...du Zinsen auf freie Liquidität (4% bei Trade Republic) voll ausnutzen willst.
- ...du Bruchteile von Aktien (Fractional Shares) besparen willst.
- ...du nie Derivate anfassen willst und das reduzierte Sortiment an ETFs und Aktien völlig ausreicht.
Die Hybrid-Strategie: Nimm einfach beide
Wer in Deutschland heute wirklich schlau anlegt, entscheidet sich oft gar nicht mehr für einen Broker. Er nutzt die Stärken beider Welten. Mach dir klar: Ein Depot kostet dich nichts in der Führung. Weder die ING noch Trade Republic verlangen Gebühren, nur weil das Depot existiert. Du zahlst nur, wenn du auch handelst.
Richte dir dein Kern-Depot bei der ING ein. Stell dort deine monatlichen ETF-Sparpläne für den MSCI World und den Emerging Markets ein. Lass das laufen und vergiss es (und die ING wird dich auch in Ruhe lassen).
Und wenn du den Drang verspürst, ein bisschen aktiver zu sein, eine Apple-Aktie hier, eine Nvidia-Aktie dort, dann mach das über einen Neobroker. Die 1-Euro-Gebühr macht es dir leicht, auch mal 200 Euro in eine Aktie zu stecken, ohne dass die Ordergebühren deine Rendite auffressen.
Trenne dein langweiliges, langfristiges Vermögen (ING) von deinem aktiven, kurzfristigen Spiel-Depot (Neobroker). So profitierst du von der steuerlichen Sauberkeit und Sicherheit der Großbank einerseits und den unschlagbaren Orderkonditionen der FinTechs andererseits. Das ist für mich im Jahr 2026 die ehrlichste und profitabelste Antwort auf die Frage ING Depot vs. Neobroker.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewaehr.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.