ETF-Sparplan-Broker 2026: Die günstigsten Anbieter im Test
Wer heute einen ETF-Sparplan startet, trifft die wichtigste Entscheidung nicht beim ETF, sondern beim Broker. Ein guter ETF-Sparplan-Broker kostet dich im Idealfall null Euro pro Ausführung – und trotzdem gibt es 2026 noch genug Anbieter, die dir bei jedem monatlichen Kauf 1,5 Prozent vom Volumen abziehen. Über 25 Jahre ist das ein Unterschied von mehreren Tausend Euro. In diesem ETF-Vergleich schaue ich mir die Kosten der günstigsten Broker an, zeige dir die versteckten Gebühren und erkläre, worauf du beim Wechsel achten musst.
Warum die Broker-Wahl über deine Rendite entscheidet
Ich sage es direkt: Die meisten Anleger optimieren an der falschen Stelle. Sie diskutieren wochenlang über den Unterschied zwischen MSCI World und FTSE All-World – und zahlen dann bei jeder Sparplanausführung 1,5 Prozent Gebühr. Das ist, als würdest du beim Autokauf über die Farbe der Fußmatten streiten und dabei den Motor ignorieren.
Denn eines ist klar: Kosten sind die einzige Größe, die du wirklich kontrollieren kannst. Die Rendite kannst du nicht steuern, die Kosten schon. Und sie wirken nicht einmalig, sondern jedes Jahr aufs Neue.
Der zweite Punkt, der oft vergessen wird: Ein teurer Broker bremst nicht nur, er kostet dich auch Flexibilität. Wer 30 Euro pro Verkauf zahlt, verkauft seltener – und bleibt dadurch manchmal in einer Position hängen, die er längst hätte auflösen sollen.
Diese Kosten zählen beim ETF-Sparplan
Bevor wir zur Tabelle kommen, müssen wir über die Kostenarten sprechen. Denn „kostenloser Sparplan" heißt nicht automatisch „kostenloses Depot".
Ordergebühr pro Ausführung
Das ist der Klassiker. Bei vielen Filialbanken zahlst du 1,5 Prozent des Ordervolumens, oft mit einem Mindestbetrag von 1,50 bis 3,90 Euro. Bei einem 100-Euro-Sparplan sind das schnell 1,50 Euro – also 1,5 Prozent deines Investments, das sofort weg ist.
Bei Neobrokern wie Trade Republic, Scalable Capital oder Finanzen.net Zero liegt diese Gebühr bei 0 Euro. Bei der DKB und bei flatex zahlst du eine feste Pauschale von rund 1,50 Euro pro Ausführung – das ist bei kleinen Sparraten prozentual teuer, bei großen Beträgen aber günstig.
Depotführungsgebühr
Die klassische Depotgebühr von 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr auf das gesamte Depotvolumen ist bei Direktbanken und Neobrokern 2026 praktisch verschwunden. Aber: Es gibt sie noch – vor allem bei Filialbanken und Genossenschaftsbanken, die ihre Depots gerne an ein „Premium"-Paket koppeln. Prüfe deine Abrechnung genau. Eine Depotgebühr von 0,2 Prozent auf 50.000 Euro sind 100 Euro im Jahr – für nichts.
Spread und Handelsplatz
Ein Sparplan wird nie an der Börse direkt ausgeführt. Er läuft über einen Handelsplatz wie gettex, LS Exchange, Tradegate oder Xetra. Dort gibt es einen Spread – die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis.
Bei liquiden ETFs liegt der Spread oft bei 0,05 bis 0,15 Prozent. Bei exotischen ETFs oder außerbörslichen Handelsplätzen kann er deutlich höher sein. Wichtig: Ein Broker, der „0 Euro Gebühr" bewirbt, aber nur über einen Handelsplatz mit schlechtem Spread ausführt, ist nicht automatisch günstig. In der Praxis ist der Unterschied bei Standard-ETFs aber klein.
Die TER des ETF
Die Total Expense Ratio ist die laufende Kostenquote des Fonds und hat mit dem Broker erstmal nichts zu tun. Trotzdem gehört sie in jede Kostenrechnung. Ein MSCI-World-ETF kostet 2026 typischerweise 0,05 bis 0,20 Prozent pro Jahr. Ein aktiv gemanagter Fonds mit 1,5 Prozent TER frisst dich auf – egal, wie günstig dein Broker ist.
Die günstigsten ETF-Sparplan-Broker 2026 im Vergleich
Hier ist meine Übersicht der Anbieter, die ich 2026 für Privatanleger in Deutschland als besonders günstig einstufe. Wichtig: Die Konditionen ändern sich regelmäßig – prüfe die Preise immer auf der Website des Brokers, bevor du ein Depot eröffnest.
| Broker | Sparplan-Gebühr | Depotführung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | 0 € | 0 € | Sparpläne ab 1 €, Ausführung über LS Exchange |
| Scalable Capital | 0 € (FREE Broker) | 0 € | Große ETF-Auswahl, Prime+ optional zubuchbar |
| Finanzen.net Zero | 0 € | 0 € | Handel über gettex, schlankes Angebot |
| JustTrade | 0 € | 0 € | Teil der Baader Bank, solide Abwicklung |
| Smartbroker+ | 0 € | 0 € | gettex, gute Auswahl an Handelsplätzen |
| ING | 0 € bei Aktions-ETFs, sonst 1,75 % | 0 € | Große Auswahl, verlässliche App |
| DKB | 1,50 € pauschal | 0 € | Günstig bei hohen Sparraten |
| flatex | 1,50 € pauschal | 0 € | Sehr breite ETF-Auswahl |
| Consorsbank | 0 € bei Aktions-ETFs, sonst 1,5 % | 0 € | Aktionsliste wechselt regelmäßig |
| comdirect | 0 € bei Aktions-ETFs, sonst 1,5 % (min. 3,90 €) | 0 € | Starke Beratung, teurer bei Nicht-Aktions-ETFs |
Stand: September 2026. Preise und Aktionslisten ändern sich – bitte vor der Depoteröffnung selbst prüfen.
Kostenlose Sparpläne: Wo der Haken liegt
„0 Euro Sparplan" klingt großartig, und bei den genannten Neobrokern ist es auch tatsächlich so. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die ich dir nicht verschweigen will.
- Der Verkauf kostet trotzdem. Bei Trade Republic zahlst du beim Verkauf eine Gebühr von rund 1 Euro plus externe Kosten. Bei Scalable im FREE-Tarif ist der Verkauf über gettex kostenlos, bei anderen Handelsplätzen nicht.
- Teilausführungen sind möglich. Wenn du einen Sparplan über 10.000 Euro laufen lässt, kann es sein, dass die Order in mehreren Teilen ausgeführt wird. Bei den meisten Brokern ist das kostenlos, aber nicht bei allen.
- Bruchstücke. Neobroker erlauben den Kauf von Bruchstücken – du kannst also exakt 50 Euro investieren. Filialbanken verlangen oft ganze Stücke, was bei einem 500-Euro-ETF bedeutet, dass Restgeld liegen bleibt.
- Eingeschränkte Handelsplätze. Wer nur über gettex oder LS Exchange handelt, hat weniger Auswahl. Für Standard-ETFs ist das völlig ausreichend, bei Nischenprodukten kann es eng werden.
- Aktions-ETFs wechseln. Die ING, Consorsbank und comdirect haben wechselnde Aktionslisten. Wer einen Sparplan auf einen ETF startet, der nächsten Monat aus der Aktion fällt, zahlt plötzlich 1,5 Prozent.
Mein Rat: Wenn du einen Standard-Welt-ETF besparst, ist ein Neobroker mit dauerhaft kostenlosen Sparplänen die klar bessere Wahl. Die Aktionsmodelle der Filialbanken sind nur dann sinnvoll, wenn du genau weißt, dass dein Wunsch-ETF dauerhaft in der Aktion bleibt.
Rechenbeispiel: Was teure Broker wirklich kosten
Jetzt wird es konkret. Ich rechne zwei Szenarien durch – beide mit 200 Euro Sparrate pro Monat, 25 Jahre Laufzeit und 7 Prozent durchschnittlicher Rendite pro Jahr.
Szenario A – Neobroker: 0 Euro Gebühr pro Ausführung, 0 Euro Depotgebühr, ETF mit 0,20 Prozent TER. Es werden jeden Monat volle 200 Euro investiert.
Szenario B – Filialbank: 1,5 Prozent Gebühr pro Ausführung, also 3 Euro bei 200 Euro Sparrate. Zusätzlich 0,2 Prozent Depotgebühr pro Jahr.
Das Ergebnis nach 25 Jahren:
- Szenario A: rund 156.600 Euro
- Szenario B: rund 150.000 Euro
Die Differenz liegt bei mehreren Tausend Euro – nur wegen der Gebühren. Und das bei einer vergleichsweise harmlosen Rechnung. Wer bei einer klassischen Filialbank mit 1,5 Prozent Mindestgebühr und zusätzlichen Orderkosten arbeitet, verliert über die Laufzeit noch mehr.
Das Schlimme daran: Du merkst es nicht. Die Gebühr wird einfach abgezogen, das Depot wächst trotzdem, und in 25 Jahren fragst du dich, warum dein Kumpel mit dem gleichen ETF mehr Geld hat. Die Antwort steht in den Abrechnungen.
Worauf ich beim Brokerwechsel achte
Ich selbst habe mein Depot vor einigen Jahren von einer Filialbank zu einem Neobroker übertragen. Das lief nicht ganz reibungslos, deshalb hier meine Erfahrungen:
- Beide Depots parallel laufen lassen. Eröffne das neue Depot zuerst, starte dort deinen Sparplan und lass das alte Depot erstmal stehen. Erst wenn alles läuft, kümmerst du dich um den Übertrag.
- Depotübertrag ist kostenlos – aber langsam. Gesetzlich ist der Übertrag innerhalb von drei Wochen vorgesehen, in der Praxis dauert es oft länger. Rechne mit vier bis acht Wochen.
- Nicht übertragen, sondern verkaufen? Vorsicht: Beim Verkauf fällt die Abgeltungssteuer auf alle Gewinne an. Bei einem Depot mit hohen Buchgewinnen kann das teuer werden. Ein Übertrag ist steuerneutral – das ist meist der bessere Weg.
- Freistellungsauftrag nicht vergessen. Nach dem Übertrag musst du den Freistellungsauftrag beim neuen Broker neu einrichten. Sonst führt er Steuern ab, obwohl du unter dem Sparerpauschbetrag liegst.
- Bruchstücke gehen manchmal verloren. Bei einem Übertrag werden Bruchstücke oft nicht mitgenommen, sondern verkauft. Das ist kein Drama, aber du solltest es wissen.
Mein Fazit aus der Erfahrung: Der Wechsel lohnt sich fast immer, wenn du bei einem teuren Anbieter bist. Aber mach es ruhig und in Ruhe – nicht hektisch am Jahresende, wenn du eigentlich andere Dinge zu tun hast.
Steuern beim ETF-Sparplan 2026
Ein kurzer, aber wichtiger Punkt. Der Sparerpauschbetrag liegt weiterhin bei 1.000 Euro für Singles und 2.000 Euro für Verheiratete. Bis zu dieser Grenze sind Kapitalerträge steuerfrei – vorausgesetzt, du hast einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker hinterlegt.
Dazu kommt die Vorabpauschale. Sie wird einmal jährlich auf thesaurierende ETFs fällig und basiert auf dem Basiszins, den das Bundesfinanzministerium jedes Jahr neu festlegt. Bei den aktuellen Zinsniveaus ist die Vorabpauschale kein Grund zur Panik – sie ist meist kleiner als die tatsächliche Wertentwicklung und wird später beim Verkauf verrechnet. Aber sie kann deinen Freistellungsauftrag auffressen.
Praktisch heißt das: Richte deinen Freistellungsauftrag ein, auch wenn du glaubst, ihn nicht zu brauchen. Bei einem Depot von 30.000 Euro und 2 Prozent Vorabpauschale sind das schon 600 Euro, die gegen deinen Pauschbetrag laufen. Ohne Freistellungsauftrag zahlst du darauf Steuern – und holst sie dir erst mit der Steuererklärung zurück.
Deutsche Broker führen die Steuer automatisch ab. Das ist bequem, aber du solltest einmal im Jahr auf die Jahressteuerbescheinigung schauen. Vor allem, wenn du mehrere Depots hast.
Häufige Fehler, die ich immer wieder sehe
- Zu viele ETFs besparen. Drei Welt-ETFs von drei Anbietern bringen dir keine Diversifikation, nur mehr Arbeit. Ein breiter Welt-ETF reicht für den Anfang völlig.
- Sparplan starten und nie anpassen. Erhöhe deine Rate, wenn dein Gehalt steigt. Schon 25 Euro mehr im Monat machen über 25 Jahre einen großen Unterschied.
- Bei jedem Marktrückgang pausieren. Genau dann kaufst du günstig ein. Wer in der Krise aussetzt, verpasst die besten Tage.
- Den Broker nach der App aussuchen. Eine schöne App ist nett, aber die Kosten entscheiden über deine Rendite. Ich habe noch niemanden getroffen, der wegen einer App reich geworden ist.
- Die Aktions-ETF-Falle. Wer nur wegen einer Aktion zu einer teuren Bank wechselt, zahlt später drauf. Prüfe, ob der ETF dauerhaft kostenlos bleibt.
Fazit: Für die meisten ist der Neobroker die richtige Wahl
Wenn du mich fragst, ist die Sache 2026 ziemlich klar. Für einen normalen ETF-Sparplan auf einen breiten Welt-ETF sind Trade Republic, Scalable Capital, Finanzen.net Zero, JustTrade und Smartbroker+ die günstigsten Optionen – alle mit 0 Euro Sparplangebühr und 0 Euro Depotgebühr.
Die ING ist eine solide Wahl, wenn du Wert auf eine große Auswahl und eine gute App legst und bereit bist, auf die Aktions-ETFs zu achten. Die DKB und flatex sind dann interessant, wenn du hohe Sparraten hast und die feste Pauschale von 1,50 Euro im Verhältnis klein wird.
Und die klassischen Filialbanken? Bei einem Sparplan auf einen Standard-ETF sehe ich 2026 kaum noch einen Grund, dort zu bleiben – außer du brauchst persönliche Beratung und bist bereit, dafür zu zahlen.
Mein konkreter Rat: Prüfe deine letzten drei Abrechnungen. Steht dort eine Gebühr für die Sparplanausführung? Dann rechne aus, was dich das über 25 Jahre kostet. Wenn die Zahl dich erschreckt, hast du deine Antwort.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewaehr.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.
