Nasdaq 100 ETF im Vergleich 2026: Wo Sparer am wenigsten zahlen
Ein Nasdaq 100 ETF ist für viele Privatanleger der bequemste Weg, an den großen US-Technologiekonzernen teilzuhaben. Kein Wunder: Wer in den letzten zehn Jahren breit in Tech investiert war, hat ordentlich Rendite gemacht. Doch der Markt an Nasdaq-100-ETFs in Europa ist inzwischen unübersichtlich geworden. Allein in Deutschland und Österreich sind über ein Dutzend Varianten handelbar – mit unterschiedlichen Kosten, Replikationsmethoden und Ausschüttungsarten. In diesem ETF-Vergleich schaue ich mir an, welcher Nasdaq 100 ETF 2026 unterm Strich am günstigsten ist, worauf es beim Sparplan ankommt und welche Fallen im Tech-Bereich lauern.
Was steckt eigentlich im Nasdaq 100?
Der Name führt viele in die Irre. Der Nasdaq 100 ist kein reiner Tech-Index und schon gar nicht das Gleiche wie der Nasdaq Composite.
- Nasdaq Composite: Alle rund 3.000 Unternehmen, die an der Nasdaq gelistet sind. Sehr breit, kaum als ETF nachbildbar.
- Nasdaq 100: Die 100 größten nicht-finanziellen Unternehmen an der Nasdaq. Also ohne Banken und Versicherer, aber mit Handelskonzernen, Biotech und Konsumwerten.
Im Index stecken deshalb nicht nur Apple, Microsoft und Nvidia, sondern auch Costco, PepsiCo, Amgen oder Mondelez. Der Tech-Anteil liegt trotzdem bei rund 60 bis 65 Prozent – das ist der eigentliche Grund, warum Anleger den Index kaufen.
Klumpenrisiko: die Top 10 dominieren
Die größten zehn Positionen machen regelmäßig über 50 Prozent des Indexgewichts aus. Das ist kein Diversifikationswunder, sondern ein konzentriertes Wetten auf eine Handvoll Mega-Caps. Wer das nicht aushält, sollte den Nasdaq 100 nur als Beimischung halten und nicht als Kern seines Depots.
Zur Einordnung: Zwischen 2000 und 2002 verlor der Nasdaq 100 rund 80 Prozent. Im Jahr 2022 ging es noch einmal etwa ein Drittel nach unten. Wer damals durchgehalten hat, wurde belohnt – aber diese Schwankungen muss man psychisch und finanziell verkraften.
Die wichtigsten Nasdaq 100 ETFs in Europa im Vergleich
Stand September 2026 tummeln sich vor allem vier Anbieter im Rennen: Invesco, iShares (BlackRock), Xtrackers (DWS) und Amundi. Alle folgenden Angaben sind Näherungswerte – vor dem Kauf bitte immer die aktuelle TER und das Fondsvolumen auf der Anbieterseite prüfen.
| ETF | ISIN | TER | Replikation | Ausschüttung |
|---|---|---|---|---|
| Invesco EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF | IE0032077012 | 0,30 % | physisch (vollständig) | ausschüttend |
| Invesco EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF Acc | IE00BFZXGZ54 | 0,30 % | physisch (vollständig) | thesaurierend |
| iShares Nasdaq 100 UCITS ETF | IE00B53SZB19 | 0,33 % | physisch (vollständig) | thesaurierend |
| Xtrackers Nasdaq 100 UCITS ETF 1C | IE00BMFKG444 | 0,20 % | physisch (vollständig) | thesaurierend |
| Amundi Nasdaq-100 II UCITS ETF Acc | LU1829221024 | 0,22 % | physisch (vollständig) | thesaurierend |
| Amundi Nasdaq-100 UCITS ETF Dist | LU1681038243 | 0,23 % | physisch (vollständig) | ausschüttend |
Kurzfassung: Auf dem Papier sind der Xtrackers Nasdaq 100 (0,20 Prozent) und der Amundi Nasdaq-100 II (0,22 Prozent) die günstigsten Kandidaten. Invesco liegt mit 0,30 Prozent im Mittelfeld, iShares mit 0,33 Prozent am teuersten – dafür ist der iShares-Fonds einer der größten und liquidestern seiner Art.
Warum die TER nicht das einzige Kriterium ist
Die Gesamtkostenquote (TER) ist nur ein Teil der Wahrheit. Entscheidend ist die Tracking Difference – also die tatsächliche Abweichung vom Index nach allen Kosten. Ein ETF mit 0,20 Prozent TER kann schlechter abschneiden als einer mit 0,33 Prozent, wenn er intern Erträge besser reinvestiert oder weniger Transaktionskosten produziert.
In der Praxis liegen die großen Nasdaq-100-ETFs bei der Tracking Difference oft nur wenige Basispunkte auseinander. Wer auf den letzten Zehntelprozentpunkt optimiert, sollte trotzdem auf diese Punkte achten:
- Fondsvolumen: Größere Fonds sind liquider und werden seltener geschlossen oder fusioniert.
- Spread: Der Geld-Brief-Spanne beim Kauf. Bei großen Fonds oft nur 0,05 bis 0,10 Prozent, bei kleinen Exoten deutlich mehr.
- Domizil: Irland und Luxemburg haben beide ein Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA (15 Prozent Quellensteuer auf Dividenden). Irland ist bei US-Aktien-ETFs der Standard, weil dort zusätzlich die irische Quellensteuer auf Fondsausschüttungen an ausländische Anleger entfällt.
- Replikation: Alle genannten ETFs sind physisch replizierend. Swap-ETFs gibt es im Nasdaq-100-Bereich kaum noch – und für Privatanleger sind sie wegen des Kontrahentenrisikos ohnehin kein Muss.
Thesaurierend oder ausschüttend?
Das ist eine steuerliche und eine psychologische Frage.
Thesaurierend bedeutet: Dividenden werden im Fonds wieder angelegt. Der Zinseszinseffekt arbeitet automatisch, du musst nichts tun. Nachteil: Die Vorabpauschale wird jährlich fällig, auch wenn du nichts verkaufst.
Ausschüttend bedeutet: Die Dividenden landen auf deinem Verrechnungskonto. Das kann praktisch sein, wenn du den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro für Verheiratete) ausschöpfen willst, ohne Anteile zu verkaufen. Nachteil: Du musst selbst reinvestieren – und viele Broker verlangen dafür Gebühren.
Mein persönlicher Ansatz: Im Aufbauphase ist thesaurierend fast immer die bessere Wahl. Wer den Freibetrag über Ausschütter ausnutzen will, kann das mit einem kleinen Zusatz-ETF machen.
Währungsrisiko: Euro oder Dollar?
Der Nasdaq 100 notiert in US-Dollar. Wer als Euro-Anleger einen ungehedgten ETF kauft, trägt das volle EUR/USD-Währungsrisiko. Ein schwacher Dollar frisst Rendite, ein starker Dollar verstärkt sie.
Es gibt EUR-hedged Varianten – etwa von iShares und Amundi. Die kosten aber typischerweise 0,10 bis 0,20 Prozentpunkte mehr TER und bringen zusätzliche Komplexität durch die Devisentermingeschäfte. Über lange Zeiträume hat sich das Hedging für Aktien-ETFs selten ausgezahlt. Ich selbst verzichte darauf und akzeptiere die Währungsschwankungen als Teil des Spiels.
Sparplan: Wo ist der Nasdaq 100 ETF am günstigsten?
Beim Sparplan entscheidet nicht nur der ETF, sondern der Broker über die Gesamtkosten. Die Unterschiede sind enorm.
- Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital, Bux): Sparpläne oft kostenlos oder für rund 1 Euro pro Ausführung. Dafür begrenzte ETF-Auswahl und einfache App-Bedienung.
- Direktbanken (ING, DKB, Comdirect): Teilweise kostenlose Aktions-ETFs, sonst häufig 1,50 Euro pro Ausführung oder prozentuale Gebühren.
- Filialbanken: Hier sind 1,5 bis 3,5 Prozent des Sparbetrags keine Seltenheit. Bei 100 Euro monatlich sind das bis zu 42 Euro im Jahr – für nichts.
Rechenbeispiel: Du sparst 250 Euro monatlich über 20 Jahre. Bei 0,3 Prozent Gebühr pro Ausführung zahlst du rund 180 Euro Gebühren. Bei 2 Prozent sind es über 1.200 Euro. Das ist der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Broker – und hat nichts mit der TER des ETFs zu tun.
Praxistipp für die ETF-Auswahl im Sparplan
Nicht jeder Nasdaq-100-ETF ist bei jedem Broker sparplanfähig. Prüfe in dieser Reihenfolge:
- Welche Nasdaq-100-ETFs bietet mein Broker überhaupt als Sparplan an?
- Was kostet die Ausführung – prozentual oder pauschal?
- Wie hoch ist die TER des verfügbaren ETF?
- Wie groß ist der Fonds (Volumen, Alter, Spread)?
Wenn dein Broker nur den iShares mit 0,33 Prozent anbietet, ist das trotzdem besser als ein Wechsel zu einer Filialbank mit 2 Prozent Ausführungsgebühr. Die Gebühren schlagen die TER fast immer.
Steuern: Was deutsche Anleger beachten müssen
Bei Aktien-ETFs greift die Teilfreistellung von 30 Prozent. Das heißt: Nur 70 Prozent der Erträge sind steuerpflichtig. Das gilt für Ausschüttungen, Kursgewinne beim Verkauf und auch für die Vorabpauschale.
Die Abgeltungssteuer liegt bei 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, also effektiv 26,375 Prozent. Auf die 70 Prozent angewandt, bleiben rund 18,5 Prozent effektive Steuer auf Erträge – sofern kein Kirchensteuerpflicht besteht.
Die Vorabpauschale wird bei thesaurierenden Fonds jährlich fällig. Sie berechnet sich aus dem Fondswert am Jahresanfang, multipliziert mit 70 Prozent und dem vom Bundesfinanzministerium festgelegten Basiszins. Sie ist gedeckelt auf den tatsächlichen Wertzuwachs des Jahres. In Jahren mit fallenden Kursen fällt keine Vorabpauschale an.
Wichtig: Die gezahlte Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf angerechnet. Doppelt besteuert wird also nichts. Trotzdem sollten Anleger den Betrag auf dem Verrechnungskonto haben, sonst verkauft der Broker im Zweifel Anteile.
Mein Fazit: Welcher Nasdaq 100 ETF ist 2026 der günstigste?
Wenn es rein um die Kosten geht, führen der Xtrackers Nasdaq 100 UCITS ETF 1C (0,20 Prozent) und der Amundi Nasdaq-100 II UCITS ETF Acc (0,22 Prozent) das Feld an. Beide sind physisch replizierend, thesaurierend und in Irland beziehungsweise Luxemburg domiziliert.
Der Invesco EQQQ ist der Klassiker und der älteste Nasdaq-100-ETF in Europa. Mit 0,30 Prozent TER ist er nicht der günstigste, dafür ist er extrem liquide und bei fast jedem Broker handelbar.
Der iShares Nasdaq 100 UCITS ETF ist mit 0,33 Prozent der teuerste der großen Vier – punktet aber mit einem der größten Fondsvolumina und sehr engen Spreads.
Meine Empfehlung in drei Sätzen:
- Wer einen reinen Kostenvergleich will: Xtrackers oder Amundi.
- Wer maximale Liquidität und Broker-Verfügbarkeit will: Invesco EQQQ oder iShares.
- Wer einen Sparplan sucht: erst den Broker prüfen, dann den ETF auswählen – nicht umgekehrt.
Und ganz ehrlich: Der Unterschied zwischen 0,20 und 0,33 Prozent TER beträgt bei 10.000 Euro Anlage rund 13 Euro im Jahr. Das ist relevant, aber es ist kein Grund, monatelang zu zögern. Der größere Hebel ist, überhaupt anzufangen und die Sparrate durchzuhalten.
Häufige Fragen zum Nasdaq 100 ETF
Ist der Nasdaq 100 das Gleiche wie der Nasdaq Composite?
Nein. Der Composite umfasst rund 3.000 Werte, der Nasdaq 100 nur die 100 größten nicht-finanziellen Unternehmen. Für ETFs ist fast immer der Nasdaq 100 relevant.
Wie viele Nasdaq 100 ETFs sollte ich im Depot haben?
Einen. Mehrere ETFs auf denselben Index bringen keine Diversifikation, sondern nur mehr Verwaltungsaufwand und potenziell höhere Gebühren.
Ist der Nasdaq 100 als Kerninvestment geeignet?
Für die meisten Anleger eher nicht. Die Konzentration auf wenige Mega-Caps und der hohe Tech-Anteil machen den Index zu einem satten Satelliten, nicht zum Fundament. Ein breiter Welt-ETF als Basis plus 10 bis 20 Prozent Nasdaq 100 ist ein gängiges Modell.
Lohnt sich eine EUR-hedged Variante?
Für Anleger mit sehr langem Horizont selten. Die höheren Kosten und die Komplexität fressen den Nutzen des Währungshedgings bei Aktien-ETFs in der Regel auf.
Wann sollte ich einen Nasdaq 100 ETF verkaufen?
Wenn sich deine Strategie ändert – nicht wegen eines Kursrückgangs. Wer nach einem Minus von 30 Prozent verkauft, realisiert genau den Verlust, den er langfristig hätte aussitzen können.
Fazit
Der günstigste Nasdaq 100 ETF 2026 ist auf dem Papier der Xtrackers Nasdaq 100 UCITS ETF 1C mit 0,20 Prozent TER, dicht gefolgt vom Amundi Nasdaq-100 II mit 0,22 Prozent. In der Praxis entscheiden aber Broker-Gebühren, Spread und Tracking Difference über den tatsächlichen Kostenunterschied. Wer einen kostenlosen oder ein-Euro-Sparplan bei einem Neobroker nutzt und einen der großen Nasdaq-100-ETFs bespart, macht fast alles richtig.
Und denk dran: Der Nasdaq 100 ist kein breiter Markt, sondern eine konzentrierte Tech-Wette. Genau das macht ihn spannend – und genau deshalb sollte er nicht dein ganzes Depot sein.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewaehr.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.
