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Der Heilige Gral – Warum der FTSE All-World der beste ETF ist

Der Heilige Gral – Warum der FTSE All-World der beste ETF ist

Du stehst vor der ETF-Auswahl und hast das Gefühl, du blickst in einen endlosen Dschungel? Keine Sorge, das kennt jeder Einsteiger. Es gibt tausende ETFs, hunderte Strategien und unzählige selbsternannte Börsengurus, die dir ihre komplexen Portfolios andrehen wollen. Vergiss das alles. Am Ende gibt es für den normalen Privatanleger nur eine Entscheidung, die du treffen musst, wenn du dein Geld nicht ständig umschichten willst. Der FTSE All-World ist für mich der absolute Heilige Gral unter den ETFs. Er ist simpel, er ist günstig und er deckt einfach die ganze verdammte Welt ab.

Was zum Teufel ist der FTSE All-World eigentlich?

Lass uns das BWL-Geschwafel weglassen. Ein Index ist nichts anderes als eine Einkaufsliste. Der FTSE All-World ist die größte Einkaufsliste, die du als Privatanleger bekommen kannst. Er beinhaltet die größten Firmen der ganzen Welt. Wir reden hier von rund 3.500 bis 4.000 Unternehmen aus Industrienationen und Schwellenländern.

  • Developed Markets: Das sind die schweren Jungs wie die USA, Europa, Japan und Australien. Die machen grob 85 Prozent des Kuchens aus.
  • Emerging Markets: Hier stecken die Schwellenländer drin. China, Indien, Taiwan, Brasilien und Südkorea. Die machen die restlichen 15 Prozent aus.

Du kaufst praktisch einen winzigen Anteil an der globalen Wirtschaft. Wenn die Weltwirtschaft wächst, wächst dein ETF. Wenn Apple eine neue Dose bringt, wenn Samsung Chips verkauft, wenn Tencent in China Gaming-Umsätze macht – du bist immer dabei. Du wettest nicht auf ein einzelnes Pferd, du kaufst den ganzen Rennstall.

Warum der FTSE All-World den MSCI World schlägt

Viele Anfänger starten mit dem MSCI World. Logisch, der Name klingt gut. "World" bedeutet doch Welt, oder? Falsch. Der Name ist extrem irreführend. Der MSCI World enthält keine Schwellenländer. Null. Nada. "World" bedeutet in der Finanzsprache der 80er Jahre einfach nur: Die reichen Länder.

Der FTSE All-World holt die Emerging Markets direkt mit ins Boot. Klar, die wackeln manchmal mehr. Chinas Aktienmarkt kann einen extremen Regenschauer abbekommen. Aber langfristig wachsen Länder wie Indien oder Vietnam schlichtweg schneller als unsere gesättigten Märkte in Europa. Willst du wirklich auf das Wachstum von über 4 Milliarden Menschen verzichten, nur weil der MSCI World historisch ein paar Prozentpunkte weniger schwankt? Ich nicht.

Der psychologische Vorteil

Es gibt noch einen viel wichtigeren Grund gegen den MSCI World und für den All-World: Die Psychologie. Stell dir vor, du hast den MSCI World. Die Schwellenländer boomen plötzlich, der MSCI World bleibt zurück. Du kriegst FOMO (Fear Of Missing Out) und willst nachkaufen. Du zerstörst deinen Plan. Beim FTSE All-World bist du schon drin. Du musst nichts tun. Du lehnst dich zurück.

Die absolute Faulheit-Strategie: Ein ETF für alles

Es gibt da draußen Leute, die dir Portfolios mit 5, 8 oder 12 ETFs andrehen wollen. 20 Prozent MSCI World, 10 Prozent Emerging Markets, 5 Prozent IT, 5 Prozent Dividenden... Das ist Bullshit für Normalverdiener. Warum? Weil du irgendwann anfängst, diese ETFs wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das nennt man Rebalancing. Das kostet Gebühren, es kostet Nerven und es kostet Zeit.

Der FTSE All-World ist der ultimative Sparplan-Autopilot. Du stellst ihn ein, du überweist jeden Monat dein Geld und du machst sonst absolut nichts. Der Index rebalanciert sich von ganz allein. Wenn eine Firma wächst, bekommt sie automatisch mehr Gewicht in deinem Depot. Wenn sie fällt, rutscht sie runter. Du musst keine Länder rotieren, keine Sektoren gewichten. Der Index macht die Arbeit für dich. Faulheit siegt.

Welcher ETF ist der beste auf den FTSE All-World?

Wenn wir vom Heiligen Gral reden, meinen wir meistens zwei ganz konkrete ETFs, die den Index abbilden. Es gibt ein paar am Markt, aber diese zwei Schwergewichte sind für mich die einzigen, die du kennen musst:

  • Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (VWCE): Der Klassiker von Vanguard. Vanguard ist eine Genossenschaft, die im Auftrag ihrer Anleger handelt. Keine gierigen Aktionäre, die Profit maximieren wollen. Der ETF ist thesaurierend (Gewinne werden automatisch reinvestiert) und kommt auf lächerliche 0,22 Prozent laufende Kosten pro Jahr.
  • iShares Core MSCI ACWI UCITS ETF (SSAC): Der Konkurrent von BlackRock. Er bildet den MSCI ACWI ab, was das exakte Pendant zum FTSE All-World ist (ACWI steht für All Country World Index). Thesaurierend, und die Kosten liegen bei 0,20 Prozent.

Thesaurierend oder ausschüttend?

Für deinen Sparplan nimmst du immer die thesaurierende Variante. Warum? Weil der Zinseszinseffekt dein bester Freund ist. Die Dividenden werden im ETF direkt wieder in Aktien gesteckt. Du musst dich um nichts kümmern. Wenn du im Alter regelmäßiges Einkommen brauchst, verkaufst du einfach einen kleinen Teil deiner Anteile. Das nennt man Entnahmestrategie, aber bis dahin hast du noch Jahrzehnte Zeit, dich darüber zu informieren.

Welchen von beiden nimmst du? Nimm den, der bei deinem Broker die geringsten Gebühren im Sparplan hat. Bei Trade Republic oder Scalable Capital sind oft beide für 0 Euro ausführbar. Punkt. Mehr musst du nicht wissen.

Ich selbst bin faul – und das ist gut so

Ich selbst habe jahrelang herumexperimentiert. Sector-ETFs auf Technologie, Dividenden-Fischer nach dem Dogs of the Dow-Prinzip, kleine Nischenmärkte in Skandinavien. Das Ergebnis? Viel Stress, ständiges Überprüfen, mäßige Rendite und Schlafmangel, wenn mein Sektor-ETF mal wieder 30 Prozent im Keller war.

Heute ist das Kernstück meines Portfolios ein simpler FTSE All-World. Mein Sparplan auf den VWCE läuft seit Jahren im Hintergrund. Jeden Monat fließen ein paar hundert Euro rein. Ich checke das Depot vielleicht einmal im Quartal, nur um zu sehen, ob die Automatik noch greift. Mein Faulheit-ETF macht die Arbeit, während ich meinen Kaffee trinke, Sport mache oder mit der Familie am See liege. Das ist echte finanzielle Freiheit im Kopf. Das Geld arbeitet für mich, ich arbeite nicht mehr für das Geld.

Die Kehrseite der Medaille – was du wissen musst

Nichts ist perfekt, auch nicht der Heilige Gral. Es gibt ein paar Dinge, die du kennen musst, bevor du blindlings all dein Geld dort parkst:

  • USA-Dominanz: Weil die USA aktuell die größte und stärkste Wirtschaftsmacht sind, macht Amerika fast 60 bis 65 Prozent des FTSE All-World aus. Das ist keine Wette auf Europa, sondern eine Wette auf den Status Quo. Wenn die USA mal eine verlorene Jahrzehnte wie Japan in den 90ern erleben, zieht das den ganzen Welt-ETF mit runter. Aber ehrlich: Welcher andere Markt soll es richten? Europa? Wir wachsen kaum. Daran wird sich so schnell nichts ändern.
  • Keine kleinen Firmen: Der All-World enthält Large und Mid Caps. Kleine Firmen (Small Caps) fehlen. Die haben historisch oft etwas höheres Wachstum, schwanken aber wie verrückt. Für mich ist das kein Ausschlusskriterium. Die 3.500 großen Firmen reichen mir völlig, um den globalen Trend abzubilden.
  • Kursstürze: Wenn es crasht, crasht der All-World mit. Emerging Markets fallen oft tiefer und erholen sich langsamer. Du brauchst Nerven aus Stahl. Wenn dein Depot 2026 um 40 Prozent im Minus ist, darfst du nicht in Panik verkaufen. Du musst weiter sparen.

Was passiert bei einem Crash? Dein worst case

Lass uns mal den Worst Case durchspielen. Eine globale Krise trifft uns. Der FTSE All-World fällt um 40 Prozent. Dein 10.000 Euro Depot ist plötzlich nur noch 6.000 Euro wert. Das tut weh. Jeder Euro, den du jetzt noch in den Sparplan steckst, kauft dir aber mehr Anteile als je zuvor. Du bekommst einen Rabatt auf die Weltwirtschaft.

Genau hier scheitern die meisten. Sie stoppen ihren Sparplan aus Angst. Das ist der größte Fehler, den du machen kannst. Der Heilige Gral funktioniert nur, wenn du ihn in guten wie in schlechten Zeiten anbetest. Wenn die Weltwirtschaft nicht mehr wächst, haben wir eh ein viel größeres Problem als unser Depot. Bis dahin: Sparplan weiterlaufen lassen und den Kopf ausschalten.

Fazit: Der Traum für jeden Einsteiger

Wenn du anfängst, ist die Auswahl erdrückend. Hunderte ETFs, tausende Strategien, endlose Foren-Diskussionen. Für mich ist die Antwort seit Jahren kristallklar: Der FTSE All-World ist der beste ETF für jeden, der einfach nur am globalen Wachstum teilhaben will, ohne sich täglich mit Aktiencharts zu befassen.

Als Einsteiger brauchst du kein kompliziertes Portfolio, um erfolgreich zu sein. Du brauchst einen Welt-ETF, einen Sparplan und die eiserne Disziplin, bei Crashs nicht in Panik zu verkaufen. Das war's. Das ist das Geheimnis des Reichtums, das dir die Banken nicht erzählen, weil sie an Komplexität verdienen. Willkommen im Club der Finanz-Junkies, die es sich einfach machen. Stell deinen Sparplan ein, lösche die Börsen-App und geh raus ins Leben.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewaehr.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.