- DAX trotz Technologie-Rallye nur moderat +1,3% - warum der deutsche Leitindex hinterherhinkt
- Nasdaq mit +2,4% Wochenplus dominiert - Tech-Giganten wie SpaceX und Nvidia treiben die US-Märkte an
- Fed bleibt hawkisch: 38,5%-Chance auf Juli-Zinserhöhung - Gold leidet unter höheren Opportunitätskosten
- Top-Gewinner: SpaceX (+4,83%), Prosus (+7,2%) und Schindler (+5,1%) - was die Kurse bewegt hat
- US-Retail-Sales überraschen mit +0,9% - doch Inflationsdaten (PCE) bleiben der Schlüssel für die nächste Fed-Entscheidung
- Nächste Woche: EZB-Zinsentscheid, Ifo-Index, wichtige Earnings (z. B. Tesla, ASML) und US-Inflationsdaten
- Geopolitik: Iran-Atomgespräche stocken - Märkte reagieren nervös auf neue Eskalationsrisiken
Wochenanalyse KW 25 (15.06.-21.06.2026): Tech-Rallye in den USA, DAX hinkt hinterher - Fed sendet hawkische Signale
Die Börsenwoche KW 25 war geprägt von einem deutlichen Auseinanderlaufen der Märkte: Während die US-Technologiebörsen Nasdaq und S&P 500 kräftig zulegten, konnte der DAX nur ein bescheidenes Plus verbuchen. Die Gründe? Eine Mischung aus hawkischer Fed-Rhetorik, überraschend starken US-Retail-Sales und der anhaltenden Dominanz von Tech-Giganten wie SpaceX und Nvidia. Gleichzeitig belasteten geopolitische Spannungen (Iran-Atomgespräche) und die Unsicherheit über die nächste EZB-Entscheidung die europäischen Märkte.
In dieser Analyse schauen wir uns an, welche Aktien die Woche geprägt haben, wie sich die wichtigsten Indizes entwickelten und was uns in der kommenden Woche erwartet. Zudem gehen wir auf die zentralen Wirtschaftsdaten ein - allen voran die US-Inflationszahlen - und erklären, warum Anleger jetzt besonders auf die Fed hören sollten.
📊 Wochenperformance: DAX hinkt hinterher - Nasdaq mit +2,4% klarer Sieger
Die deutsche Börse blieb in dieser Woche ein Sorgenkind. Während die US-Märkte kräftig zulegten, konnte der DAX nur ein Plus von 1,3% verbuchen und schloss bei 20.450 Punkten. Zum Vergleich: Der S&P 500 stieg um 0,9% auf 7.500,58 Punkte, der Dow Jones um 0,7% auf 51.564,70 Punkte und der Nasdaq Composite sogar um 2,4% auf 26.517,93 Punkte.
Der Grund für die schwache Performance des DAX liegt vor allem in der unterdurchschnittlichen Gewichtung von Tech-Aktien. Während der Nasdaq von Unternehmen wie Nvidia, SpaceX und Apple getrieben wird, dominieren im DAX klassische Industrie- und Finanzwerte wie Siemens, Allianz oder Volkswagen. Diese Sektoren profitierten zwar von der robusten US-Konjunktur, konnten aber nicht mit den Wachstumsraten der US-Tech-Giganten mithalten.
Ein weiterer Faktor: Die EZB-Rhetorik bleibt restriktiv. EZB-Präsidentin Christine Lagarde deutete in dieser Woche an, dass die Zinsen in der Eurozone noch länger hoch bleiben könnten. Das drückt auf die Stimmung, insbesondere bei zinsabhängigen Sektoren wie Immobilien oder Banken.
| Index | Wochenperformance | Schlusskurs | Top-Treiber | Top-Bremsen |
|---|---|---|---|---|
| DAX | +1,3% | 20.450 | Siemens (+3,1%), Allianz (+2,4%) | Volkswagen (-1,2%), BASF (-0,8%) |
| S&P 500 | +0,9% | 7.500,58 | Nvidia (+5,2%), Apple (+3,8%) | Walmart (-2,1%), Coca-Cola (-1,5%) |
| Dow Jones | +0,7% | 51.564,70 | McDonald's (+2,3%), Boeing (+1,9%) | Johnson & Johnson (-1,8%) |
| Nasdaq Composite | +2,4% | 26.517,93 | SpaceX (+4,83%), Nvidia (+5,2%) | Meta (-1,2%), Amazon (-0,5%) |
Fazit: Die US-Märkte profitierten von der starken Tech-Rallye, während der DAX von seiner traditionellen Branchenstruktur ausgebremst wurde. Wer in dieser Woche Gewinne einstrich, setzte auf US-Wachstumswerte - nicht auf europäische Dividendenkönige.
🚀 Top 3 Gewinner der Woche: SpaceX, Prosus und Schindler - was die Kurse nach oben trieb
In dieser Woche gab es klare Gewinner und Verlierer. Während die meisten europäischen Aktien nur moderate Bewegungen zeigten, stachen drei Werte besonders hervor:
1. SpaceX (+4,83%) - Der neue Tech-Star?
SpaceX legte in dieser Woche um 4,83% zu und schloss bei $124,50. Der Grund: Die ersten Optionsscheine auf SpaceX-Aktien wurden gehandelt, was institutionellen Anlegern den Zugang ermöglichte. Zudem bestätigte Elon Musk in einem Interview, dass das Unternehmen 2027 erstmals einen Gewinn ausweisen könnte - ein wichtiger Meilenstein für die Bewertung.
Einordnung: SpaceX ist eines der wenigen Unternehmen, das tatsächlich profitabel werden könnte - anders als viele andere "Tech-Hypes". Die Marktstimmung ist aktuell bereit, solche Wachstumsstorys zu belohnen.
2. Prosus (+7,2%) - Südafrikas Tech-Gigant profitiert von globalem Wachstum
Prosus, der südafrikanische Tech-Investor (u. a. Anteil an Tencent), stieg um 7,2%. Der Grund: Das Unternehmen veröffentlichte ein starkes Fiskaljahr 2026 mit 12% Umsatzwachstum und einer Erhöhung des Gewinns je Aktie (EPS) um 18%. Zudem konnte Prosus seine Präsenz in Indien ausbauen, wo die Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen stark steigt.
Einordnung: Prosus profitiert von der globalen Tech-Nachfrage - besonders in Schwellenländern. Das macht es zu einem interessanten Proxy für Wachstum in Asien und Afrika.
3. Schindler (+5,1%) - Buyback-Boom treibt die Aktie
Der Schweizer Aufzugshersteller Schindler stieg um 5,1%, nachdem das Unternehmen eine Erhöhung des Aktienrückkaufprogramms um 1 Mrd. CHF ankündigte. Zudem bestätigte der CEO, dass die Nachfrage nach Aufzügen und Rolltreppen in den USA und Asien weiter steigt.
Einordnung: Buyback-Programme sind aktuell ein starker Kurstreiber. Unternehmen mit gesunden Bilanzen und klarer Cashflow-Generierung werden von Anlegern belohnt.
Fazit: Die Top-Gewinner der Woche zeigen ein klares Muster: Wachstum in Schwellenländern (Prosus), disruptive Technologien (SpaceX) und Buybacks (Schindler) sind die treibenden Kräfte. Wer auf diese Trends setzt, konnte in dieser Woche starke Gewinne einfahren.
⚠️ Top 3 Verlierer der Woche: Wer abstürzte - und warum?
Nicht alle Aktien konnten in dieser Woche von der positiven Marktstimmung profitieren. Drei Werte stachen besonders negativ hervor:
1. Jazz Pharmaceuticals (-8,2%) - Earnings-Enttäuschung
Jazz Pharmaceuticals, ein US-Pharmakonzern, stürzte um 8,2% ab, nachdem das Unternehmen seine Q2-Gewinnerwartungen senkte. Die Gründe: Höhere Forschungs- und Entwicklungskosten sowie rückläufige Umsätze in einem wichtigen Medikamentensegment.
Einordnung: Pharma-Aktien sind aktuell besonders volatil, da die Märkte auf jede kleine Veränderung in den Earnings reagieren. Jazz Pharmaceuticals zeigt, wie schnell sich die Stimmung drehen kann - selbst bei etablierten Unternehmen.
2. Carvana (-6,4%) - Der "Meme-Stock" verliert an Fahrt
Die US-Autohändler-Plattform Carvana büßte 6,4% ein, nachdem die Aktie in den Vorwochen stark gestiegen war. Grund: Einige Analysten warnten vor einer Überhitzung des Marktes für gebrauchte Autos. Zudem gab es Gerüchte über eine mögliche Kapitalerhöhung.
Einordnung: Carvana ist ein klassisches Beispiel für einen "Meme-Stock", der durch Hype getrieben wird. Wenn die fundamentale Story nicht mitspielt, kommt es schnell zu Kursrücksetzern.
3. Boeing (-4,8%) - Sicherheitsbedenken belasten
Boeing verlor 4,8%, nachdem erneut Sicherheitsbedenken bei einigen Flugzeugmodellen aufkamen. Zudem verzögert sich die Auslieferung neuer Maschinen, was zu Umsatzausfällen führt.
Einordnung: Boeing kämpft seit Jahren mit Qualitätsproblemen. Solange diese nicht gelöst sind, bleibt die Aktie ein Risiko-Investment.
Fazit: Die Verlierer der Woche zeigen, wie schnell sich die Stimmung drehen kann - sei es durch enttäuschende Earnings, fundamentale Probleme oder Marktübertreibungen. Anleger sollten hier besonders vorsichtig sein.
📈 Wichtigste Wirtschaftsdaten: US-Retail-Sales überraschen - aber die Inflation bleibt der Schlüssel
Die US-Wirtschaftsdaten dieser Woche waren gemischt, aber insgesamt positiv. Die wichtigsten Entwicklungen:
1. US-Retail-Sales (+0,9% im Mai)
Die Einzelhandelsumsätze in den USA stiegen im Mai um 0,9% - deutlich stärker als erwartet (+0,4%). Besonders stark waren die Verkäufe in den Kategorien Elektronik (+2,3%) und Bau- und Gartenbedarf (+1,8%).
Einordnung: Die robuste Konsumnachfrage stützt die US-Wirtschaft und gibt der Fed Spielraum, die Zinsen länger hoch zu halten. Das ist ein gutes Zeichen für die Aktienmärkte - aber auch ein Warnsignal für die Inflation.
2. PCE-Inflation (Mai): Der entscheidende Datenpunkt
Die persönlichen Konsumausgaben (PCE) - die bevorzugte Inflationsmessung der Fed - werden für Mai erwartet. Die Märkte rechnen mit einer Jahresinflation von 2,8% (April: 2,7%). Besonders wichtig: der Kern-PCE (ohne Nahrungsmittel und Energie), der aktuell bei 2,8% liegt.
Einordnung:
- Falls die Inflation höher ausfällt als erwartet, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Juli-Zinserhöhung (derzeit bei 38,5%).
- Falls die Inflation überraschend sinkt, könnte die Fed eine Pause einlegen - was die Märkte beflügeln würde.
3. Ifo-Geschäftsklima (Deutschland): Schwache Stimmung in Europa
In Deutschland sank das Ifo-Geschäftsklima im Juni auf 92,1 Punkte (Mai: 93,2). Besonders schwach waren die Erwartungen für die nächsten sechs Monate.
Einordnung: Die deutsche Wirtschaft kämpft mit strukturellen Problemen (Energiekosten, Bürokratie) und einer schwachen Exportnachfrage. Die EZB muss hier besonders vorsichtig agieren - ein Zinssenkungscycle könnte helfen, aber die Inflation lässt das (noch) nicht zu.
Fazit: Die US-Daten sind stark, aber die Inflation bleibt das größte Risiko. In Europa sieht es düster aus - die EZB steht vor einem Dilemma.
🏦 Fed vs. EZB: Wer hat die schärfere Zinspolitik?
Die Zentralbanken dominierten diese Woche die Schlagzeilen - mit unterschiedlichen Botschaften:
Federal Reserve: Hawkischer als erwartet
Die Fed hielt den Leitzins im Bereich von 3,50% bis 3,75% stabil, signalisierte aber eine hawkische Haltung. Die Märkte rechnen nun mit einer 38,5%-Chance auf eine Zinserhöhung im Juli und einer 51,7%-Chance im September.
Hintergrund:
- Die robusten US-Wirtschaftsdaten (Retail-Sales, Arbeitsmarkt) geben der Fed Spielraum für weitere Zinserhöhungen.
- Die Inflation bleibt trotz Rückgangs auf hohem Niveau - besonders bei den Dienstleistungspreisen.
- Fed-Chef Kevin Warsh betonte, dass die Fed "keine Eile hat, die Zinsen zu senken".
Auswirkungen auf die Märkte:
- Gold leidet unter höheren Opportunitätskosten (Zinsen machen andere Anlagen attraktiver).
- Aktien bleiben volatil - Tech-Werte könnten weiter unter Druck geraten, wenn die Zinsen steigen.
- Anleihen profitieren von den höheren Zinsen, aber die Renditen bleiben hoch.
EZB: Langsamer als die Fed, aber restriktiv
Die EZB gab keine konkrete Zinsentscheidung bekannt, aber EZB-Präsidentin Christine Lagarde deutete an, dass die Zinsen in der Eurozone "für einige Zeit" hoch bleiben werden. Die Märkte rechnen mit der ersten Zinssenkung erst im Q4 2026 oder Q1 2027.
Hintergrund:
- Die Inflation in der Eurozone liegt bei 2,6% (Mai) - noch zu hoch für eine lockere Geldpolitik.
- Die deutsche Wirtschaft schwächelt - eine zu schnelle Zinssenkung könnte die Konjunktur zusätzlich belasten.
- Die EZB will vermeiden, dass die Inflation erneut anzieht (wie 2022/23).
Einordnung: Die EZB ist weniger aggressiv als die Fed, aber restriktiver als viele Anleger hoffen. Das belastet die europäischen Aktienmärkte - besonders zinsabhängige Sektoren wie Banken und Immobilien.
Fazit: Die Fed bleibt der klare Zinsführer - während die EZB abwartet. Das führt zu einer USD-Stärke und belastet die europäischen Aktienmärkte.
🌍 Geopolitik: Neue Eskalationsrisiken belasten die Märkte
Die geopolitische Lage bleibt angespannt - und das belastet die Märkte:
Iran-Atomgespräche stocken
Die Verhandlungen über die Rückkehr zum Iran-Atomabkommen sind erneut ins Stocken geraten. Die USA und der Iran konnten sich nicht auf eine Wiederaufnahme der Gespräche einigen.
Auswirkungen auf die Märkte:
- Ölpreise steigen leicht - ein neuer Konflikt im Nahen Osten könnte die Versorgung gefährden.
- Gold profitiert als "Safe Haven" von den Unsicherheiten.
- Aktien reagieren nervös - besonders Energie- und Technologieaktien.
USA vs. China: Handelskonflikt eskaliert
Die USA verschärften die Exportkontrollen für Halbleiter gegenüber China. Das trifft besonders Unternehmen wie Nvidia und TSMC, die stark vom China-Geschäft abhängen.
Einordnung: Der Handelskonflikt zwischen den USA und China bleibt ein strukturelles Risiko für die globale Wirtschaft. Sollte es zu weiteren Eskalationen kommen, könnten die Aktienmärkte weltweit unter Druck geraten.
Fazit: Geopolitische Risiken sind aktuell überschaubar, aber nicht zu unterschätzen. Anleger sollten sich auf mögliche Volatilität einstellen - besonders bei Energie- und Technologieaktien.
📅 Ausblick nächste Woche: EZB-Zinsentscheid, Ifo-Index, Tesla-Earnings & US-Inflationsdaten
Die kommende Woche bringt wichtige Termine, die die Märkte bewegen könnten:
Montag, 23.06.2026
EZB-Zinsentscheid
- Erwartung: Leitzins bleibt bei 4,00% (Hauptrefinanzierungssatz), Einlagefazilität bei 3,50%.
- Marktreaktion: Eine dovishere Haltung (z. B. Andeutung einer Zinssenkung) könnte den Euro und europäische Aktien stützen.
Dienstag, 24.06.2026
Ifo-Geschäftsklima (Deutschland)
- Erwartung: Leichter Anstieg auf 92,5 Punkte (von 92,1).
- Marktreaktion: Ein schwächeres Ergebnis würde die Sorgen um die deutsche Wirtschaft verstärken.
Mittwoch, 25.06.2026
Tesla (NASDAQ: TSLA) - Q2 Earnings
- Erwartung: Umsatz: ~$24 Mrd. (YoY +8%), EPS: ~$0,65.
- Marktreaktion: Tesla bleibt ein hochvolatiler Wert. Enttäuschende Zahlen könnten den gesamten Tech-Sektor belasten.
ASML (Euronext: ASML) - Q2 Earnings
- Erwartung: Umsatz: ~€6,5 Mrd. (YoY +12%), Auftragseingang stabil.
- Marktreaktion: ASML ist ein wichtiger Indikator für die globale Halbleiterindustrie. Starke Zahlen würden den Sektor stützen.
Donnerstag, 26.06.2026
US-Inflationsdaten (PCE Mai)
- Erwartung: Kern-PCE: 2,8% (YoY), Gesamt-PCE: 2,9%.
- Marktreaktion: Höhere Inflation = höhere Zinserhöhungswahrscheinlichkeit = stärkere USD & schwächere Aktien.
Freitag, 27.06.2026
Bruttoinlandsprodukt (BIP) USA (Q1 2026, Revised)
- Erwartung: Wachstum von 1,5% (vorher: 1,3%).
- Marktreaktion: Ein stärkeres BIP würde die Fed in ihrer restriktiven Haltung bestärken.
Fazit: Die nächste Woche wird turbulent. Besonders die EZB-Entscheidung, die US-Inflationsdaten und die Tesla-Earnings könnten für starke Marktreaktionen sorgen. Anleger sollten sich auf Volatilität einstellen.
| Asset-Klasse | Wochenperformance | Auslöser | Risiken | Ausblick |
|---|---|---|---|---|
| DAX | +1,3% | Moderate Industrie- und Finanzwerte | EZB-Restriktivität, schwache Exportnachfrage | Seitwärtsbewegung, erst bei EZB-Dovishness Aufwärtspotenzial |
| S&P 500 | +0,9% | Tech-Giganten (Nvidia, Apple) und starke Konjunkturdaten | Höhere Zinsen, Handelskonflikt USA-China | Seitwärts bis leicht positiv, abhängig von Fed und Tech-Earnings |
| Nasdaq Composite | +2,4% | SpaceX, Nvidia, Meta | Zinserhöhungen, Überbewertungen | Potenzial für weitere Gewinne, aber hohe Volatilität |
| Gold | -2,1% | Stärkere USD, höhere Zinsen | Fed-Hawkishness, steigende Realzinsen | Schwächephase, erst bei Zinssenkungen Erholung |
| US-Staatsanleihen (10Y) | +0,15% (Rendite 4,25%) | Robuste Konjunkturdaten, Fed-Haltung | Inflationsrisiko, Fed-Politik | Seitwärtsbewegung, Renditen könnten leicht steigen |
| Öl (Brent) | +1,2% | Geopolitische Risiken (Iran), robuste Nachfrage | Rezessionsängste, Überangebot | Seitwärts bis leicht positiv, abhängig von Geopolitik |
❓ Häufige Fragen: Was Anleger jetzt wissen müssen
1. Lohnt sich der Einstieg nach dieser Woche?
Nein, nicht unbedingt. Die Märkte sind aktuell stark von der Fed-Politik abhängig. Ein Einstieg in Tech-Aktien (z. B. Nvidia, SpaceX) ist riskant, solange die Zinserhöhungswahrscheinlichkeit hoch bleibt. Besser: Warten auf klarere Signale - entweder eine dovishere Fed oder enttäuschende US-Wirtschaftsdaten.
Alternative: Dividendenwerte mit stabilen Cashflows (z. B. Schindler, Prosus) oder defensive Sektoren (Versorger, Healthcare) könnten in den nächsten Wochen attraktiver werden.
2. Sollte ich jetzt in Gold investieren?
Eher nicht. Gold leidet aktuell unter zwei Faktoren:
- Stärkere USD (durch Fed-Hawkishness)
- Höhere Realzinsen (Oportunitätskosten steigen)
Fazit: Gold ist aktuell kein "Safe Haven", sondern ein Risiko.
3. Was ist die Story für die nächste Woche?
Die nächste Woche dreht sich um drei zentrale Themen:
- EZB-Zinsentscheid (23.06.): Eine dovishere Haltung könnte den Euro und europäische Aktien stützen.
- US-Inflationsdaten (PCE, 26.06.): Höhere Inflation = höhere Zinserhöhungswahrscheinlichkeit = schwächere Aktien.
- Tesla-Earnings (25.06.): Ein enttäuschendes Ergebnis könnte den gesamten Tech-Sektor belasten.
Handelsstrategie:
- Kurzfristig defensiv bleiben (Cash-Quote erhöhen).
- Auf EZB-Entscheidung und US-Inflationsdaten warten - erst dann größere Positionen eingehen.
- Tech-Aktien nur mit Stopp-Loss kaufen (hohe Volatilität!).
4. Welche Sektoren sind in der aktuellen Marktphase attraktiv?
In der aktuellen Phase (hohe Zinsen, schwache Konjunktur in Europa) empfehlen sich folgende Sektoren:
- Healthcare (stabile Nachfrage, weniger zinsabhängig)
- Versorger (Dividenden, defensive Eigenschaften)
- Grundstoffe (Inflationsschutz, aber abhängig von Rohstoffpreisen)
- Buyback-Programme (Unternehmen mit starkem Cashflow und Rückkäufen, z. B. Schindler)
Zu meiden: Zyklische Werte (Automobil, Industrie), Banken (Zinsrisiko), Immobilien (hohe Zinsen).
5. Wie entwickelt sich der Euro vs. USD in den nächsten Wochen?
Der Euro bleibt unter Druck, solange die Fed restriktiv bleibt und die EZB vorsichtig agiert. Kurzfristig könnte der EUR/USD auf 1,05 fallen. Eine Erholung ist erst möglich, wenn:
- Die EZB eine Zinssenkung andeutet.
- Die US-Wirtschaftsdaten schwächeln (z. B. Arbeitsmarkt, Inflation).
Handelsempfehlung: USD long, EUR short - aber mit engem Stopp-Loss, um das Risiko zu begrenzen.
6. Was sind die größten Risiken für die Märkte in den nächsten Monaten?
Die größten Risiken für die Aktienmärkte in den nächsten Monaten sind:
- Fed-Überraschung: Eine Zinserhöhung im Juli oder September könnte die Märkte hart treffen.
- Geopolitik: Eskalation im Nahen Osten (Iran), Handelskonflikt USA-China.
- Inflationsrückfall: Falls die Inflation wieder anzieht, würde die Fed noch restriktiver werden.
- Rezessionsängste: Die US-Wirtschaft könnte schwächer werden als erwartet.
- EZB-Fehler: Eine zu restriktive EZB-Politik könnte die europäische Wirtschaft in eine Rezession stürzen.
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