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US-Wahl 2026: Was Trumps Pläne für die Börse bedeuten

US-Wahl 2026: Was Trumps Pläne für die Börse bedeuten
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Finanzbildung und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfe individuelle Entscheidungen mit einer qualifizierten Fachperson.

🕑 Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 2026-06-06 aktualisiert.

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US-Wahl 2026: Was steht auf dem Spiel?

Die US-Präsidentschaftswahl 2026 rückt näher, und die Weichen für die Finanzmärkte werden neu gestellt. Aktuell zeichnet sich ein Duell zwischen dem amtierenden Präsidenten Joe Biden und dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump ab. Beide Kandidaten vertreten fundamental unterschiedliche wirtschaftspolitische Konzepte, die massive Auswirkungen auf Aktienmärkte, Steuern, Handelsbeziehungen und einzelne Sektoren haben werden.

In diesem Artikel analysieren wir, was die jeweiligen Wahlprogramme für dein Depot bedeuten – unabhängig von politischen Präferenzen. Denn eines ist klar: Die Börse interessiert sich nicht für Parteifarben, sondern für Gewinnerwartungen und Rahmenbedingungen.

Trumps Agenda 2026: Ein weiterer Wirtschaftsboom?

Donald Trump hat seine wirtschaftspolitischen Pläne für eine zweite Amtszeit bereits skizziert. Die Kernpunkte sind:

1. Steuersenkungen für Unternehmen – Verlängerung des TCJA

Der "Tax Cuts and Jobs Act" (TCJA) von 2017 senkte die Körperschaftsteuer von 35 % auf 21 %. Trump plant nicht nur die Verlängerung, sondern eine weitere Senkung auf 15 % für Unternehmen, die in den USA produzieren. Das wäre ein massiver Schub für die Unternehmensgewinne und damit für den Aktienmarkt.

Prognostizierte Auswirkung auf den S&P 500: Analysten von Goldman Sachs schätzen, dass eine Senkung auf 15 % die Gewinne der S&P-500-Unternehmen um durchschnittlich 5–8 % steigern würde. Das entspricht einem Kurspotenzial von 10–15 % für den Gesamtmarkt.

2. Deregulierung – weniger Bürokratie

Trump verspricht einen massiven Bürokratieabbau. Besonders betroffen wären Umweltauflagen (EPA), Finanzmarktregulierung (SEC) und Arbeitsmarktregeln. Branchen wie Energie (Öl, Gas, Fracking), Finanzen und Pharma könnten von gelockerten Regeln profitieren.

3. Handelszölle – ein zweischneidiges Schwert

Trump plant flächendeckende Einfuhrzölle von 10 % auf alle Importe und spezifische Strafzölle von bis zu 60 % auf chinesische Waren. Das klingt protektionistisch, hat aber eine strategische Logik: Die Zölle sollen Anreize schaffen, Produktion in die USA zurückzuverlagern (Reshoring).

Auswirkungen auf deutsche Aktien: Für exportorientierte DAX-Unternehmen wie Volkswagen, BMW, Mercedes-Benz, BASF und Siemens wären Zölle ein massives Problem. Der US-Markt ist für viele deutsche Konzerne einer der wichtigsten Absatzmärkte. Eine Untersuchung des ifo-Instituts zeigt, dass ein US-Zoll von 10 % den deutschen Export um 2,5 % reduzieren würde. Besonders der Automobilsektor wäre betroffen. Wer deutsche Autowerte im Depot hat, sollte die US-Wahl daher genau beobachten.

4. Energiepolitik – "Drill, Baby, Drill"

Trump plant die maximale Ausbeutung heimischer Öl- und Gasreserven. Die Folge: niedrigere Energiepreise, was die US-Wirtschaft ankurbelt, aber gleichzeitig die globale Energiewende ausbremst. Für US-Ölkonzerne (ExxonMobil, Chevron) wäre das positiv, für Erneuerbare-Energie-Aktien dagegen negativ.

Bidens Agenda 2026: Kontinuität mit progressiven Akzenten

Präsident Biden setzt auf eine Fortsetzung seiner bisherigen Politik mit folgenden Schwerpunkten:

1. Steuererhöhungen für Unternehmen und Reiche

Biden plant, die Körperschaftsteuer von 21 % auf 28 % anzuheben. Zusätzlich sollen Aktienrückkäufe stärker besteuert werden. Diese Maßnahmen sollen die Staatsverschuldung reduzieren (das US-Haushaltsdefizit liegt bei über 6 % des BIP) und soziale Programme finanzieren.

Auswirkung auf den Aktienmarkt: Höhere Steuern drücken die Unternehmensgewinne. Analysten schätzen, dass eine Steuererhöhung auf 28 % die S&P-500-Gewinne um etwa 7 % reduzieren würde. Allerdings würden Steuererhöhungen nur schrittweise eingeführt, was die negativen Auswirkungen abfedern könnte.

2. Grüne Investitionen – Inflation Reduction Act 2.0

Biden will den Inflation Reduction Act weiter ausbauen. Geplant sind zusätzliche Subventionen für Erneuerbare Energien, CO₂-Abscheidung, Batterieproduktion und E-Mobilität. Davon profitieren Unternehmen wie First Solar, NextEra Energy, Tesla und die gesamte Clean-Tech-Branche.

Positiv für europäische Unternehmen: Auch europäische Unternehmen wie Siemens Energy, Vestas oder Orsted profitieren von US-Subventionen, da sie in den USA produzieren. Ein Biden-Sieg wäre daher für den europäischen Clean-Tech-Sektor positiv.

3. Handelsdiplomatie statt Handelskrieg

Biden setzt auf multilaterale Handelsabkommen und diplomatische Lösungen. Die Strafzölle auf chinesische Waren würden bestehen bleiben, aber nicht ausgeweitet werden. Für deutsche Exporteure wäre dies der deutlich günstigere Szenario im Vergleich zu Trumps Zoll-Plänen.

4. Stärkere Regulierung

Biden plant strengere Regeln für Big Tech (Antitrust), Finanzinstitute und die Pharmaindustrie (Preiskontrollen). Das könnte die Gewinne von Alphabet, Meta und Amazon schmälern, aber gleichzeitig den Wettbewerb fördern.

Sektoranalyse: Wer profitiert von wem?

SektorTrump-SzenarioBiden-Szenario
US-Technologie (Big Tech)Positiv (weniger Regulierung)Negativ (mehr Regulierung)
US-Energie (Öl & Gas)Sehr positivNegativ
Erneuerbare EnergienNegativSehr positiv
Finanzen (Banken)Positiv (Deregulierung)Neutral
Pharma & BiotechPositiv (weniger Preiskontrolle)Negativ (Preiskontrollen)
Deutsche AutobauerSehr negativ (Zölle)Positiv
Deutsche IndustrieNegativ (Zölle)Neutral
US-RüstungPositivPositiv
KryptowährungenSehr positivNegativ (mehr Regulierung)

Welches Szenario ist wahrscheinlicher?

Die Wahlumfragen zeigen aktuell ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Trump führt in den Swing States (Michigan, Pennsylvania, Wisconsin, Arizona, Georgia) mit 1–2 Prozentpunkten. Allerdings sind Umfragen sechs Monate vor der Wahl notorisch unzuverlässig. Entscheidend wird die wirtschaftliche Lage im Herbst sein: Steigende Inflation oder eine Rezession würden Biden schaden, eine robuste Konjunktur käme ihm zugute.

Für die Finanzmärkte ist vor allem eines wichtig: Planungssicherheit. Beide Szenarien sind analysierbar. Das Schlimmste für die Börse wäre ein unklares Ergebnis mit langen Rechtsstreitigkeiten (wie 2020). Der "Wahlkrimi" könnte die Märkte wochenlang belasten – unabhängig vom Ausgang.

Strategische Tipps für Anleger

  1. Nicht auf ein Szenario setzen: Ein auf Trump oder Biden ausgerichtetes Portfolio ist zu riskant. Besser breit diversifizieren. Ein globaler ETF wie der FTSE All-World oder MSCI World enthält beide Szenarien und gleicht sie aus.
  2. US-Aktien übergewichten (leicht): Unabhängig vom Wahlausgang ist die US-Wirtschaft strukturell stärker als die europäische. Ein leichter US-Überhang (60:40 statt 50:50) ist strategisch sinnvoll.
  3. Wahlvolatilität nutzen: In den drei Monaten vor der Wahl steigt die Volatilität typischerweise. Mutige Anleger können bei Rücksetzern gezielt zukaufen.
  4. Absicherung für Exportwerte: Wer deutsche Exporttitel im Depot hat, sollte über einen Teilverkauf oder Absicherung nachdenken, falls Trump in den Umfragen deutlich zulegt.
  5. Langfristig denken: Präsidenten kommen und gehen. Der Aktienmarkt ist unter beiden Parteien gestiegen. Seit 1900 lag die durchschnittliche jährliche Rendite unter republikanischen Präsidenten bei 7,1 % und unter demokratischen bei 6,8 % – der Unterschied ist vernachlässigbar.

Fazit: Die Börse gewinnt immer

Trump oder Biden – auf lange Sicht ist es für den Aktienmarkt überraschend egal. Beide Kandidaten haben Maßnahmen, die bestimmte Sektoren begünstigen oder belasten, aber der Gesamtmarkt folgt seinen eigenen Gesetzen: Unternehmensgewinne, Innovation und Produktivität bestimmen den langfristigen Trend, nicht das Weiße Haus.

Wer 2026 in Panik verfällt und seinetwegen das Portfolio umschichtet, macht wahrscheinlich den größeren Fehler. Besser: Ruhig bleiben, den Sparplan fortsetzen und die US-Wahl als das betrachten, was sie ist – ein politisches Ereignis, nicht das Ende der Welt.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Juni 2026.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.