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Quartalszahlen Q2 2026: Die Gewinner und Verlierer im DAX

Quartalszahlen Q2 2026: Die Gewinner und Verlierer im DAX
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🕑 Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 2026-06-06 aktualisiert.

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Q2 2026: Eine gemischte Bilanzsaison im DAX

Die Berichtssaison für das zweite Quartal 2026 ist in vollem Gange, und sie präsentiert sich so heterogen wie schon lange nicht mehr. Während einige DAX-Konzerne mit Rekordzahlen glänzen, kämpfen andere mit Gegenwind aus der Weltwirtschaft. Insgesamt zeigt sich: Der deutsche Leitindex profitiert stark von der KI-Welle und der Energiewende, während klassische Industrie- und Chemiewerte unter Druck stehen.

Von den 40 DAX-Unternehmen haben bisher 28 ihre Q2-Zahlen vorgelegt. Das Bild: 16 Unternehmen übertrafen die Analystenerwartungen, 7 lagen im Rahmen und 5 enttäuschten. Eine positive Quote von 57 % – etwas besser als im Vorquartal (52 %).

Die Gewinner des Quartals

SAP – der unangefochtene Champion

Der Softwarekonzern aus Walldorf liefert weiterhin Rekordzahlen ab. Der Umsatz legte im Q2 um 12 % auf 9,8 Milliarden Euro zu, das Cloud-Geschäft wuchs um 28 %. Besonders die hohe Nachfrage nach KI-gestützten Unternehmensanwendungen (SAP Business AI) treibt das Wachstum. Der operative Gewinn stieg überproportional um 18 % auf 2,4 Milliarden Euro. SAP bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr 2026: Cloud-Umsatz von über 17 Milliarden Euro.

Aktienkursreaktion: +4,2 % am Tag der Veröffentlichung. Die SAP-Aktie notiert mit 282 Euro auf einem neuen Allzeithoch.

Siemens Energy – Auftragsboom hält an

Siemens Energy meldete einen Auftragseingang von 14,2 Milliarden Euro für Q2 – ein Plus von 38 % zum Vorjahr. Haupttreiber ist das Gas- und Stromnetzgeschäft (Grid Technologies), das von den globalen Investitionen in die Energieinfrastruktur profitiert. Die operative Marge verbesserte sich auf 7,5 % (Vorjahr: 5,2 %). Das Management hob die Jahresprognose an und erwartet nun ein Umsatzwachstum von 15–18 %.

Aktienkursreaktion: +5,6 % am Tag der Veröffentlichung.

Rheinmetall – Rüstungsboom ungebrochen

Der Rüstungskonzern setzt seinen Höhenflug fort. Der Umsatz legte um 34 % auf 3,1 Milliarden Euro zu, der Auftragsbestand kletterte auf rekordhohe 58 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (EBIT) stieg um 42 % auf 620 Millionen Euro – die operative Marge erreichte damit 20 %. Besonders die Sparte Vehicle Systems (Panzer, Militärfahrzeuge) profitierte von Großaufträgen aus Deutschland und den NATO-Partnerländern.

Aktienkursreaktion: +4,8 %. Die Aktie notiert mit 755 Euro so hoch wie nie.

Allianz – solides Wachstum im Schadengeschäft

Der Versicherungsriese präsentierte starke Q2-Zahlen. Der Umsatz stieg um 8 % auf 42,5 Milliarden Euro, der operative Gewinn legte um 11 % auf 4,1 Milliarden Euro zu. Besonders die Schaden- und Unfallversicherung profitierte von höheren Prämien und einer geringeren Schadenbelastung. Die Asset-Management-Sparte (Allianz Global Investors) verzeichnete Mittelzuflüsse von 12 Milliarden Euro – ein starkes Signal in einem schwierigen Marktumfeld.

Aktienkursreaktion: +2,3 %.

Die Verlierer des Quartals

BASF – Chemiekrise noch nicht überwunden

Der Chemiekonzern leidet weiter unter der schwachen globalen Industrienachfrage. Der Umsatz sank im Q2 um 5,2 % auf 16,8 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (EBIT vor Sondereinflüssen) fiel um 22 % auf 1,5 Milliarden Euro. BASF leidet besonders unter der Konjunkturschwäche in China und den hohen Energiepreisen in Europa. Zudem drücken Überkapazitäten in der Chemieindustrie auf die Margen. Das Management senkte die Jahresprognose – BASF erwartet nun einen operativen Gewinn von 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro (bisher: 6,0 bis 6,5 Milliarden Euro).

Aktienkursreaktion: −3,8 %. Die Aktie fiel auf 41 Euro – nahe am 52-Wochen-Tief.

Volkswagen – China-Probleme belasten

Der Autobauer kämpft weiter mit seiner Chinaschwäche. Der Absatz in China brach um 14 % ein, während der globale Absatz insgesamt um 2 % zurückging. Zwar stieg der Umsatz leicht um 1,5 % auf 82 Milliarden Euro (dank höherer Durchschnittspreise), der operative Gewinn sank jedoch um 18 % auf 4,8 Milliarden Euro. Grund sind gestiegene Kosten für die Elektroauto-Transformation und der Preiskampf in China.

Aktienkursreaktion: −2,9 %.

Deutsche Bank – Zinsergebnis schwächelt

Die Deutsche Bank kämpft mit sinkenden Zinsmargen. Der Zinsüberschuss fiel um 8 % auf 5,2 Milliarden Euro. Zwar legte das Investmentbanking um 6 % zu, aber die rückläufige Kreditnachfrage belastet das Kerngeschäft. Positiv entwickelte sich die Vermögensverwaltung DWS, die von der Aktienrallye profitierte. Der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing sprach von einem "soliden Quartal in schwierigem Umfeld".

Aktienkursreaktion: −1,5 %.

Lufthansa – Ticketpreise unter Druck

Die Lufthansa leidet unter sinkenden Ticketpreisen und steigenden Kosten. Der Umsatz stagnierte bei 9,2 Milliarden Euro, der operative Gewinn brach um 28 % auf 580 Millionen Euro ein. Grund ist der zunehmende Wettbewerb auf den Kurz- und Langstrecken, insbesondere durch Billigflieger und arabische Airlines. Zudem drücken höhere Personalkosten nach dem abgeschlossenen Tarifvertrag. Das Management senkte den Ausblick für das Gesamtjahr.

Aktienkursreaktion: −4,1 %.

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick

UnternehmenUmsatz Q2VeränderungOperativer GewinnVeränderungKursreaktion
SAP9,8 Mrd. €+12 %2,4 Mrd. €+18 %+4,2 %
Siemens Energy9,1 Mrd. €+16 %682 Mio. €+38 %+5,6 %
Rheinmetall3,1 Mrd. €+34 %620 Mio. €+42 %+4,8 %
Allianz42,5 Mrd. €+8 %4,1 Mrd. €+11 %+2,3 %
BASF16,8 Mrd. €−5,2 %1,5 Mrd. €−22 %−3,8 %
Volkswagen82 Mrd. €+1,5 %4,8 Mrd. €−18 %−2,9 %
Deutsche Bank7,8 Mrd. €+2,1 %1,4 Mrd. €−8 %−1,5 %
Lufthansa9,2 Mrd. €+0,3 %580 Mio. €−28 %−4,1 %

Sektortrends: Wer profitiert vom aktuellen Umfeld?

Über die Einzelwerte hinaus zeigen sich klare Sektortrends im DAX, die für die langfristige Portfolio-Allokation entscheidend sind:

  • Technologie (SAP, Infineon): Der KI-Hype erreicht zunehmend auch deutsche Unternehmen. Infineon profitiert von der Chip-Nachfrage für KI-Anwendungen und die Energiewende. Beide Werte sind die Performance-Lieferanten im DAX. SAP hat sich in den letzten fünf Jahren vom behäbigen Softwarehaus zum KI-Vorreiter gewandelt – eine Transformation, die sich in der Kursentwicklung deutlich widerspiegelt. Wer vor fünf Jahren SAP-Aktien für 80 Euro gekauft hat, steht heute bei 282 Euro.
  • Rüstung (Rheinmetall, Hensoldt): Ungebrochene Dynamik. Die Aufstockung der Verteidigungsetats in ganz Europa sorgt für eine langanhaltende Auftragswelle. Rheinmetall hat seinen Umsatz in nur drei Jahren mehr als verdoppelt und der Auftragsbestand reicht für Jahre. Auch Hensoldt als Spezialist für Sensorik und Elektronik profitiert vom Trend zur Aufrüstung. Der Sektor ist kein kurzfristiger Hype, sondern eine strukturelle Wachstumsgeschichte.
  • Chemie (BASF, Covestro, Lanxess): Unter Druck. Die hohen Energiepreise und die schwache Chinakonjunktur belasten. Eine Erholung ist frühestens 2027 zu erwarten. BASF leidet besonders unter den strukturellen Nachteilen des Standorts Deutschland – hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie und schwache Inlandsnachfrage. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.
  • Automobil (VW, BMW, Mercedes-Benz): Die Transformation zur E-Mobilität kostet Milliarden, während die Margen sinken. Die China-Abhängigkeit ist ein strukturelles Risiko, das sich in den Q2-Zahlen erneut gezeigt hat. VW ist mit rund 40 % des Absatzes besonders stark von China abhängig – und genau dort brechen die Verkäufe ein.

Fazit für Anleger: Selektiv bleiben

Die Q2-Saison 2026 zeigt: Der DAX ist kein Selbstläufer. Die Gewinner sind klar: Technologie, Rüstung und Versicherungen. Die Verlierer: Chemie, Automobil und Teile des Finanzsektors. Für Anleger heißt das: Breit streuen, aber bewusst in starke Sektoren übergewichten. Ein einfacher DAX-ETF bildet alle 40 Werte ab – inklusive der schwächelnden. Eine Core-Satellite-Strategie mit einem Welt-ETF als Kern und gezielten Zusatzinvestments in SAP, Rheinmetall oder Allianz als Satelliten kann die Rendite verbessern.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Juni 2026.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

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