Amazon Aktienanalyse 2025 – E-Commerce, Cloud und KI
Wenn du heute eine einzige Tech-Aktie besitzen willst, die in fast jedem digitalen Geschäftsfeld mitmischt, dann ist Amazon die naheliegendste Wahl. Aber reicht das allein als Begründung, Geld reinzustecken? Ich selbst habe Amazon-Aktien schon mehrfach gekauft und wieder verkauft – und dabei gelernt, dass man das Unternehmen in drei Säulen denken muss: E-Commerce, Cloud (AWS) und Künstliche Intelligenz. Genau die schauen wir uns jetzt an.
E-Commerce: Der Dinosaurier, der immer noch wächst
Ja, Amazon ist der Onlinehandel. Aber das ist wie zu sagen, Google sei „irgendeine Suchmaschine". Der E-Commerce-Bereich macht noch immer rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Und er wächst weiter – wenn auch nicht mehr im Drei-Prozent-Tempo wie 2020, sondern moderater.
Was viele unterschätzen: Amazon verdient heute mehr mit Werbung als mit Prime-Mitgliedschaften. Die Werbeumsätze liegen bei über 50 Milliarden Dollar jährlich. Das ist ein hochprofitabler Nebenstream, der oft untergeht. Dazu kommen Drittplatz-Gebühren, Fulfillment-Services und der wachsende Lebensmittelhandel über Whole Foods und Amazon Fresh.
Fazit E-Commerce: Kein Wachstumswunder mehr, aber eine solide Cash-Maschine mit steigenden Margen durch Werbung und Logistik-Effizienz.
AWS – Der eigentliche Geldgenerator
Hier wird es interessant. Amazon Web Services (AWS) macht nur etwa 17 Prozent des Umsatzes aus, aber rund 60 Prozent des operativen Gewinns. Das ist der Bereich, der Amazon von einem Discounter zum Tech-Riesen gemacht hat.
AWS wächst aktuell mit über 17 Prozent pro Jahr. Der Grund: Unternehmen migrieren weiterhin in die Cloud, und AWS ist mit einem Marktanteil von rund 31 Prozent der klare Marktführer vor Microsoft Azure und Google Cloud. Die Margen liegen bei über 30 Prozent – das ist für ein Infrastrukturgeschäft beeindruckend.
Der Haken: Der Wettbewerb wird härter. Microsoft drängt mit Azure, und Google investiert massiv. Aber AWS hat einen Vorsprung bei Enterprise-Kunden, der sich nicht über Nacht aufholen lässt.
KI – Amazons neues Lieblingsthema
Amazon spielt in der Künstlichen Intelligenz keine Nebenrolle. Mit Bedrock bietet AWS eine KI-Plattform, über die Unternehmen auf verschiedene KI-Modelle zugreifen können – inklusive Amazons eigenen Modellen der Trainium- und Inferium-Chips. Warum eigene Chips? Weil Amazon so unabhängiger von Nvidia wird und die Kosten senkt.
Zusätzlich investiert Amazon über 75 Milliarden Dollar in 2025 in Infrastruktur – ein Großteil davon für KI-Capazitäten. Das ist eine Wette, die sich erst in ein bis zwei Jahren voll auszahlen wird. Aber wenn KI das nächste große Wachstumssegment ist, ist Amazon mit AWS und seiner Infrastruktur extrem gut positioniert.
Meine ehrliche Einschätzung
Amazon ist kein Spekulationspapier mehr. Es ist ein Tech-Konglomerat mit drei starken Beinen. Der E-Commerce liefert Stabilität, AWS liefert Gewinne, und KI liefert das Wachstumspotenzial. Der Kurs ist nicht billig – eine KGV von rund 30 ist für ein Unternehmen dieser Größe angemessen, aber kein Schnäppchen.
Mein Tipp: Amazon gehört in einen breit diversifizierten Tech-Aktien-Portfolio. Nicht als Einzelinvestition, aber als Kernposition. Wer langfristig an die digitale Wirtschaft glaubt, kommt an Amazon kaum vorbei.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewaehr.